Sendedatum: 17.06.2013 20:15 Uhr  | Archiv

Schadstoffe in günstigen Badeschuhen

von Lena Wendt
Bild vergrößern
Drei der vier getesteten Schuhe enthielten Schadstoffe, allerdings unter den Grenzwerten.

Badeschuhe und Flip-Flops gibt es bereits für wenige Euro im Discounter und Drogeriemarkt. Doch was taugen die billigen Schuhe? Und was steckt drin? Markt hat vier Paar Schuhe ins Labor geschickt und auf Schadstoffe überprüfen lassen:

  • Flip-Flops von Rossmann für 3,99 Euro
  • Badeschuhe für Herren von Aldi für 3,99 Euro
  • Badeschuhe für Damen von Kik für 4,99 Euro
  • Flip-Flops von Deichmann für 9,95 Euro

Aldi: Besonders viele Lösungsmittel

In der Stichprobe enthielten die Aldi-Schuhe die meisten Lösungsmittel. Allerdings lagen die Werte innerhalb der gesetzlichen Vorgaben. Lösungsmittel können über die Haut oder beim Einatmen durch die Nase aufgenommen werden und zu Reizungen führen. Aldi schreibt: "Alle uns vorliegenden Laborergebnisse lagen innerhalb der gesetzlichen Grenzwerte."

Kik: Krebserregende Kohlenwasserstoffe

Bild vergrößern
Ulrike Siemers vom Umweltinstitut fordert, auf krebserregende Stoffe bei der Produktion von Badeschuhen zu verzichten.

In den Badeschuhen von Kik wies das Labor polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAKs) nach, auch innerhalb des gesetzlichen Rahmens. PAKs stehen im Verdacht, Krebs auszulösen. Ulrike Siemers vom Umweltinstitut fordert: "Im Sinne der gesundheitlichen Vorsorge sollte man auf alle krebserregenden Verbindungen bei der Produktion verzichten." Obwohl Schuhe direkten Hautkontakt haben, gebe es keinen gesetzlichen Höchstwert für PAKs.

Kik nimmt wie folgt Stellung: "Bei allen Schadstoffen halten wir uns selbstverständlich an gesetzliche Grenzwerte."

Rossmann: Dimethylformamid und Weichmacher

In den Flip-Flops von Rossmann entdeckte das Labor Dimethylformamid. Auch hier blieben die Werte unter den gesetzlichen Vorgaben. Die Substanz gilt aber als "reproduktionstoxisch", sie kann ein Kind im Mutterleib schädigen. Nach Ansicht von Ulrike Siemers hat der Stoff in Produkten mit direktem Hautkontakt nichts zu suchen. In den Riemen des Schuhs wurden zusätzlich Weichmacher nachgewiesen, allerdings deutlich unter dem Grenzwert. Rossmann schreibt: "Wir denken darüber nach, unsere Textilien zukünftig auf diese Substanz hin untersuchen zu lassen."

Die besten Laborwerte erzielte der giftig-gelb leuchtende Deichmann-Schuh.

Stark riechende Schuhe können belastet sein

Für alle untersuchten Schuhe gilt: Es wurden keine Substanzen gefunden, die gesetzlich verboten sind oder die einen Grenzwert überschreiten. Dennoch fordert Ulrike Siemers vom Umweltinstitut in Bremen: "Man kann die Mittel ersetzen, sie gehören einfach nicht in den Schuh."

Für Verbraucher ist es unmöglich festzustellen, ob ein Badeschuh Schadstoffe in zu hoher Konzentration enthält. Ein mögliches Indiz: Riecht ein Schuh stark, sollte man lieber die Finger davon lassen.

Dieses Thema im Programm:

Markt | 17.06.2013 | 20:15 Uhr

NDR Logo
Dieser Artikel wurde ausgedruckt unter der Adresse: http://www.ndr.de/ratgeber/verbraucher/badeschuhe101.html