Stand: 09.02.2015 12:36 Uhr  | Archiv

Warum Zusatzgarantien oft nicht lohnen

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Eine Zusatzgarantie bringt mehr Umsatz für den Verkäufer. Für Verbraucher ist der vermeintliche Schutz oft überflüssig.

Wer teure Technik kauft, geht gern auf Nummer sicher. Zwei Jahre Gewährleistung für Kamera oder Handy, Fernseher oder Waschmaschine? Offenbar reicht das nicht: Einige Elektromärkte werben für Zusatzgarantien mit einer Laufzeit von bis zu fünf Jahren. Die Anbieter versprechen einen Rundum-Schutz bei Schäden, die nicht unter die gesetzliche Gewährleistung oder die Garantie des Herstellers fallen - zum Beispiel durch Wasser oder Diebstahl. Doch Klauseln in den Verträgen machen es den Kunden oft schwer, an ihr Geld zu kommen.

Zusatzgarantien - die größten Fallen

  • Kurze Dauer

    "Fünf Jahre Garantie" - das stimmt nicht ganz. Oft greift die Zusatzgarantie erst nach zwei Jahren. Solange sind der Händler (Gewährleistung) oder oft auch der Hersteller (Garantie) in der Pflicht. Einige Fernsehhersteller geben sogar drei Jahre Garantie. Dann springt die Zusatzgarantie nur im vierten und fünften Jahr ein.

  • Rapider Wertverlust

    Je älter das Gerät, umso weniger zahlt die Versicherung. Im fünften Jahr deckeln viele Verträge die maximale Erstattung auf 40 Prozent des Kaufpreises. Bei einem 599 Euro Fernseher zahlt die Versicherung also höchstens 240 Euro. Eine Reparatur kann aber deutlich teurer sein.

  • Grobe Fahrlässigkeit

    Natürlich kommt keine Versicherung für absichtlich herbeigeführte Schäden auf. Doch auch bei "grober Fahrlässigkeit" wollen viele Anbieter nicht zahlen. Aber welcher Kunde kann schon beweisen, dass sein Handy nicht durch grobe Fahrlässigkeit, sondern durch ein Missgeschick zu Boden gefallen ist?

  • Lückenhafter Diebstahl-Schutz

    Handy geklaut? Die Versicherung zahlt oft nur, wenn das Gerät eng am Körper getragen wurde. Wer es im Auto mitnimmt, muss das Telefon im Handschuhfach oder im Kofferraum einschließen. Und: Viele Versicherer verlangen generell bei Diebstahl eine Selbstbeteiligung von 20 Prozent.

  • Verschleierte Kosten

    In einigen Fällen ist die Zusatzgarantie fast so teuer wie das versicherte Gerät. Oft verschleiern die Anbieter die hohen Kosten mit scheinbar günstigen Monatsraten.

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Tipp: Per Einschreiben kündigen

Zusatzgarantien sind oft zu teuer und manchmal sogar überflüssig. Über die zum Teil gravierenden Ausschlüsse klären viele Verkäufer im Elektronikmarkt nicht umfassend auf. Wer schon einen Vertrag unterschrieben hat, kann innerhalb von 14 Tagen kündigen. Dazu reicht ein Brief an den Anbieter, am besten per Einschreiben.

Dieses Thema im Programm:

Markt | 09.02.2015 | 20:15 Uhr

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