Stand: 27.04.2015 08:44 Uhr  | Archiv

Geld-zurück-Garantien im Vergleich

von Jenny Witte

Mit einer Zufriedenheitsgarantie werben viele Hersteller um Vertrauen. Vorteil für Verbraucher: Sie können ein Produkt ausprobieren und bekommen den Kaufpreis erstattet, wenn es ihnen nicht gefällt. Das gilt für benutzte Zahnbürsten genauso wie für angebrochene Marmelade. Markt hat die Geld-zurück-Garantie bei einigen Produkten von rund einem Euro bis 70 Euro ausprobiert. Unter anderem:

  • Kräutermischung von Maggi
  • Waschmittel Dash von Procter & Gamble
  • Marmelade von Schwartau
  • Anti-Falten-Creme von L'Oréal
  • elektrischer Rasierer von Panasonic
  • elektrische Zahnbürste von Philips
  • Olivenöl von Kühne
  • Frischhaltetüten von Toppits
  • Haarpflegeprodukt von John Frieda
  • Parfüm von Bruno Banani

Garantie: Gibt es wirklich Geld zurück?

So bekommen Käufer ihr Geld zurück

Sieben von zehn Produkten müssen gar nicht zurückgegeben werden, um den Kaufpreis erstattet zu bekommen. Zum Beispiel reicht es beim Dash-Waschmittel, persönliche Daten wie Anschrift und Kontonummer in ein Formular einzutragen und zusammen mit dem Kassenbon an den Hersteller zu schicken. Bei der Marmelade von Schwartau müssen Kunden einen Faltzettel einschicken, der auf dem Deckel des Marmeladenglases befestigt ist. Um von Philips die rund 70 Euro für eine elektrische Zahnbürste erstattet zu bekommen, ist ein ausführlicher Fragebogen im Internet auszufüllen. Bei einigen Herstellern müssen Käufer das Porto für die Rücksendung selbst bezahlen.

Das steckt hinter den Geld-zurück-Garantien

In Geld-zurück-Garantien sieht Marketingprofessor Werner Beba von der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg eine geschickte Verkaufsstrategie. Oft setzen die Hersteller Garantien bei der Einführung neuer Produkte ein, um schnell Käufer zu gewinnen. "Die Kunden gehen davon aus, dass ein Unternehmen sehr von der Qualität seines Produkts überzeugt sein muss", sagt Beba. Tatsächlich machen sich nur zwei bis drei Prozent der Käufer die Mühe, ihr Geld zurückzuverlangen.

Experte sieht Probleme beim Datenschutz

Einige Unternehmen verlangen ausführliche Kundendaten, bevor sie den Kaufpreis erstatten. "Hier sollte man als Kunde genau nachfragen, was mit diesen Fragebögen passiert und wie der Datenschutz eingehalten wird", sagt Marketing-Experte Beba. Die Kopplung aus Personendaten und Fragebogendaten sei nicht zulässig.

Fazit: Hersteller halten ihr Versprechen

In der Stichprobe haben alle Hersteller das Geld anstandslos erstattet. Bereits nach drei Tagen überweist der Hersteller Kühne den Kaufpreis des Olivenöls. Innerhalb einer Woche folgt das Geld von drei weiteren Herstellern. Nach zwei Wochen überweist Philips das Geld für die elektrische Zahnbürste. L'Oréal erstattet - wie versprochen - den dreifachen Kaufpreis zurück, und zwar nach 23 Tagen. Nach einem Monat haben neun der zehn Hersteller das Geld erstattet. Nur die zwei Euro für die Schwartau-Marmelade  lassen länger auf sich warten - nach Auskunft des Herstellers wegen Problemen bei der Datenübertragung.

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Markt | 27.04.2015 | 20:15 Uhr