Stand: 03.06.2017 14:47 Uhr

Welches Elektrorad ist das richtige?

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Auch Mountainbiker setzen immer häufiger auf die Kraft von Elektromotoren.

Entspannt Fahrradfahren und dabei flott vorankommen - das dürfte das Ziel der Erfinder des Elektrofahrrads gewesen sein. In den 1990er-Jahren standen die ersten Räder mit Elektromotor in den Geschäften. Inzwischen haben sich die sogenannten Pedelecs zum Verkaufsschlager entwickelt. Kaum ein Fahrradhersteller, der kein Modell mit elektrischem Hilfsmotor im Programm hat. Die technischen Details unterscheiden sich dabei ebenso wie die Preise. Einfache Modelle sind bereits für rund 1.000 Euro zu bekommen, Räder mit aufwendiger Technik kosten 3.000 Euro und mehr. Die Mittelklasse liegt bei etwa 2.500 Euro.

Fahrradproduktion bei Derby Cycle.

Der Trend zum E-Bike

Hallo Niedersachsen -

E-Bikes werden auch bei jüngeren Menschen immer beliebter - vor allem, wenn sie nicht danach aussehen. Beim Fahrradhersteller Derby Cycle hat bereits jedes fünfte Rad einen Motor.

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Modelle für jeden Bedarf

Nach Angaben des Zweirad-Industrie-Verbandes (ZIV) wurden 2016 in Deutschland 605.000 Fahrräder mit Elektromotor verkauft. Damit war etwa jedes siebte neue Rad (15 Prozent) ein Pedelec. Gleichzeitig hat sich die Zielgruppe deutlich erweitert. Während die ersten Elektroräder mit tiefem Einstieg überwiegend von älteren Menschen gekauft wurden, gibt es sie inzwischen für jeden Bedarf: als Klapp-, Lasten- oder Tourenrad sowie sportliches Mountainbike. Gerade Mountainbikes mit Hilfsmotor sind bei jungen Fahrern beliebt.

Knackpunkt Akku

Stichwort E-Bike

Elektrofahrrad, E-Bike oder Pedelec - die Begriffe werden häufig nicht exakt verwendet. Mit Abstand am weitesten verbreitet sind Pedelecs. Das Kurzwort setzt sich aus "Pedal Electric Cycle" zusammen. Spätestens ab 6 km/h muss der Radler mittreten, sonst schaltet sich der Motor ab. Bei 25 km/h ist Schluss mit der Unterstützung. Für Pedelecs gelten Vorschriften wie beim herkömmlichen Fahrrad: kein Führerschein, keine Helmpflicht, keine Versicherungspflicht.
S-Pedelecs schalten erst bei Tempo 45 ab. Der Fahrer benötigt einen Führerschein, das Zweirad muss ein Versicherungskennzeichen haben.
E-Bikes sind Kleinkrafträder, die auch ohne Pedal-Unterstützung gefahren werden können und benötigen ein Versicherungskennzeichen.
Im allgemeinen Sprachgebrauch werden Pedelecs meist als E-Bikes bezeichnet.

Wie bei allen Elektro-Fahrzeugen gehört die begrenzte Reichweite zu den größten Einschränkungen der Pedelecs. Bei einer Untersuchung von Stiftung Warentest waren die Akkus der 15 geprüften Modelle aus dem Jahr 2016 meist nach rund 60 Kilometern leer. Lediglich ein Rad schaffte 100 Kilometer. Allerdings bieten diese Werte nur eine grobe Orientierung und hängen in der Praxis erheblich von der gefahrenen Geschwindigkeit, von Gelände, Bodenbelag und der gewählten Unterstützung beim Treten sowie dem Gewicht des Fahrers ab. Wer also eine ausgedehnte Tagestour unternehmen möchte, muss die Akku-Anzeige im Auge behalten und mit dem Strom sparsam umgehen. Ist der Speicher leer, kann der Radler zwar ohne Unterstützung weiterfahren, wird aber vom Gewicht des Elektroantriebs gebremst.

Zum Laden an die Steckdose

Zum Laden des Akkus genügt eine gewöhnliche Steckdose. Da die meisten Speicher mit wenigen Handgriffen ausgebaut werden können, lassen sie sich zu Hause oder im Hotelzimmer mit dem passenden Ladegerät wieder füllen. Allerdings dauert dies mehrere Stunden.

Die Stromspeicher arbeiten mit unterschiedlichen Materialien, unterliegen aber in jedem Fall deutlichem Verschleiß. Nach einigen Hundert Ladevorgängen sinkt die Kapazität erheblich. Müssen die Akkus ersetzt werden, kann das je nach Modell mehrere Hundert Euro kosten. Viele Hersteller bieten Akkus mit unterschiedlicher Speicherleistung (gemessen in Wattstunden: Wh) an. Ein stärkerer Akku erhöht den Preis des Rades spürbar. Wer das Elektrorad längere Zeit nicht nutzt, solle den Akku ausbauen und ihn etwa halb geladen bei rund 12 Grad kühl lagern.

Antrieb per Vorder- oder Hinterrad

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Der Mittelmotor am Tretlager sorgt für eine günstige Gewichtsverteilung.

Technisch lassen sich drei Antriebsmöglichkeiten unterscheiden:
- Nabenmotor im Vorderrad
- Mittelmotor am Tretlager
- Nabenmotor im Hinterrad
Einfache Modelle setzen auf den Vorderrad-Motor, der allerdings weniger Fahrkomfort bietet als ein Mittelmotor, dessen Kraft über die Kette auf das Hinterrad wirkt. Ein angetriebenes Vorderrad kann auf rutschigem oder weichem Untergrund durchdrehen und das gesamte Fahrrad destabilisieren. Als optimale Gewichtsverteilung hat sich erwiesen, Motor und Akku in der Mitte des Rades zu platzieren. Daher ist der Mittelmotor derzeit die am häufigsten verkaufte Variante. In Pedelecs darf die Motorleistung 250 Watt nicht übersteigen.

Kein Kauf ohne Probefahrt

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Stiftung Warentest hat 2016 Pedelecs in der Preisklasse von 900 bis 3.000 Euro geprüft und erhebliche Unterschiede zwischen den Modellen festgestellt. Von den 15 Kandidaten erhielten sieben das Testurteil "gut", drei "befriedigend" und fünf "mangelhaft". Die Verbraucherschützer raten, vor dem Kauf eine Probefahrt zu unternehmen. Dabei sollten sich Radler zunächst vorsichtig mit den Fahreigenschaften des Elektrorades vertraut machen. In vielen Urlaubsregionen können Interessenten mit einem gemieteten Pedelec (ab etwa 20 Euro) bei einer Tagestour ausprobieren, ob sie künftig stets mit Kraftreserven aus dem Akku unterwegs sein möchten. Auch der Radlerverein ADFC bietet online zahlreiche Informationen zum Thema E-Bike an.

Versicherungen prüfen

Wer sich für den Kauf eines Pedelecs entscheidet, sollte sich von seiner Privathaftpflicht-Versicherung bestätigen lassen, dass sie bei einem Unfall für den Schaden anderer Beteiligter aufkommt. Wird das teure Elektrorad gestohlen, springen unter bestimmten Voraussetzungen die Hausratversicherung oder spezielle Fahrradversicherungen ein.

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Hallo Niedersachsen | 28.05.2017 | 19:30 Uhr

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