Sendedatum: 10.11.2014 20:15 Uhr  | Archiv

Trockenobst: Kalorienbombe mit viel Zucker

von Franziska von Tiesenhausen

In der kalten Jahreszeit greifen viele gern zu Süßigkeiten. Dabei braucht der Körper gerade im Herbst und Winter viele Vitamine. Trockenfrüchte gelten als leckere Alternative. Die Klassiker sind Rosinen, Feigen und Datteln - lecker in Früchtebrot und Müsli. Aber auch Äpfel, Birnen, Bananen, Pflaumen und Aprikosen gibt es getrocknet. Und seit einigen Jahren stehen auch exotische Früchte wie Mango, Kiwi und Ananas als Dörrobst im Supermarktregal. Ist das Obst in Tüten wirklich so gesund?

Das steckt in Trockenfrüchten

Trockenobst kommt ursprünglich aus dem Nahen Osten

Ursprünglich stammt die Idee, Früchte durch Trocknen zu konservieren, aus dem Nahen Osten. In Ländern wie dem Irak, Syrien, Ägypten und der Türkei werden Datteln, Feigen und Weintrauben seit Jahrhunderten getrocknet. Getrocknete Pflaumen, Aprikosen und Pfirsiche stammen aus Asien und kamen über Griechenland und Italien nach Europa.

Früchte trocknen bei 70 Grad

In der Regel werden die reifen Früchte langsam in 70 Grad warmer Luft getrocknet. Größere Früchte wie Äpfel, Mangos oder Ananas werden vor dem Trocknen in kleine Stücke geschnitten. Wer zu Hause Früchte trocknen möchte, kann das in speziellen Dörrapparaten oder im Backofen machen. Alternativ kann man das Obst aber auch auf einem Rost auf dem Dachboden trocknen oder an einer Schnur aufhängen.

Viel Zucker, wenig Vitamin C

Durch das Trocknen verlieren Früchte bis zu 80 Prozent ihrer Flüssigkeit. Zurück bleiben Ballaststoffe und Kohlenhydrate. Der Großteil der Kohlenhydrate besteht aus Fruchtzucker. Bis zu 70 Gramm davon können in 100 Gramm Trockenobst stecken. Besonders hoch ist der Zuckeranteil unter anderem in Rosinen, Mangos, Ananas und Datteln. Das sorgt für ein intensives Aroma und längere Haltbarkeit. Trockenobst ist reich an Vitamin A und B-Vitaminen. Das hitzeempfindliche Vitamin C übersteht die Trocknung nicht.

Fast so viele Kalorien wie in Kartoffelchips

Der Fruchtzucker treibt die Kalorienbilanz von Trockenobst in die Höhe. Statt Kilokalorien wird umgangssprächlich häufig der Begriff Kalorien verwendet. 321 Kilokalorien stecken beispielsweise in hundert Gramm Rosinen - fast so viel wie in Kartoffelchips. Deshalb sollte man sich beim Naschen zurückhalten. Ernährungsberater empfehlen, nicht mehr als eine handtellergroße Menge an Trockenobst pro Tag zu essen.

Vorsicht bei geschwefelten Früchten

Um die Farbe der Früchte zu erhalten und Fäulnis oder Schädlingsbefall vorzubeugen, wird industriell hergestelltes Trockenobst häufig vor dem Verpacken mit Konservierungsstoffen behandelt. Auch Schwefeldioxid wird dafür eingesetzt. Für Asthmatiker, Allergiker und Menschen mit empfindlichem Magen kann Schwefel jedoch bedenklich sein. Bei ihnen kann der Genuss von geschwefelten Früchten zu Kopfschmerzen, Juckreiz oder Blähungen führen.

Geringe Pestizidrückstände in Rosinen und Feigen

Frische Weintrauben und frische Feigen sind besonders anfällig für Schädlinge und Schimmelpilze und werden deshalb viel gespritzt. Deshalb haben Lebensmitteltester vor allem Rosinen und Feigen auf Rückstände von Pflanzenschutzmitteln untersucht. Im Labor fanden sie in diesen Obstsorten mehrfach leichte Rückstände, die sie jedoch aus toxikologischer Sicht als unbedenklich einstuften.

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Dieses Thema im Programm:

Markt | 10.11.2014 | 20:15 Uhr

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