Sendedatum: 29.09.2014 20:15 Uhr  | Archiv

Macht Katzenfutter Katzen krank?

von Nadine Becker

Für eine ausgewogene Ernährung brauchen Katzen unter anderem Calcium und Phosphor. Die Mineralstoffe sind wichtig für die Blutbildung, den Knochenbau und das Herz. Doch zu viel davon kann schädlich sein, warnt Ellen Kienzle, Professorin für Tierernährung an der Universität in München: "Wir wissen, dass sehr hohe Phosphorgehalte Probleme mit den Nieren verursachen können." Große Mengen Calcium könnten die Verfügbarkeit von Zink und Kupfer reduzieren.

Calcium und Phosphor in Katzenfutter

Empfohlener Bedarf um das Sechsfache überschritten

Markt hat sechs Sorten Katzenfutter vom Discounter und aus dem Supermarkt auf ihren Calcium- und Phosphorgehalt untersuchen lassen. Der Verband der europäischen Tiernahrungsindustrie (FEDIAF) empfiehlt, dass Katzenfutter pro 100 Gramm Trockenmasse mindestens 0,59 Gramm Calcium und 0,5 Gramm Phosphor enthalten soll. Bei den untersuchten Proben war es deutlich mehr - teilweise das Sechsfache des empfohlenen Bedarfs. Einen gesetzlichen Höchstwert für Calcium und Phosphor im Katzenfutter gibt es nicht.

Nierenschwäche: Viele Katzen sterben an den Folgen

Rund 20 Prozent der älteren Katzen leiden an chronischen Nierenerkrankungen, sagt Professorin Kienzle: "Das ist ein sehr hohes Vorkommen." Chronische Nierenerkrankungen seien bei Katzen eine häufige Todesursache. Noch sei aber nicht erforscht, unter welchen Rahmenbedingungen hohe Calcium- und Phosphorgehalte zu Erkrankungen führen können. Es könne zum Beispiel eine Rolle spielen, ob Calcium und Phosphor künstlich zugesetzt würden oder aus tierischen Futterbestandteilen stammten.

Welche Stoffe Katzen brauchen

  • Proteine (Eiweiße)

    Sie spielen eine wichtige Rolle beim Energiestoffwechsel. Empfehlenswert ist ein Anteil von rund 30 Prozent im Trockenanteil des Katzenfutters. Pflanzliche Proteine sind für Katzen schwerer zu verdauen als tierische. Besonders gut ist also Muskelfleisch, zum Beispiel aus Rind, Geflügel oder Fisch.

  • Taurin

    Im Gegensatz zu Menschen und vielen Tieren können Katzen den Eiweißbaustein nicht selbst bilden. Sie müssen Taurin über das Futter aufnehmen. Taurin kommt nur in tierischem Gewebe vor, zum Beispiel in Mäusen. Deshalb raten Tierärzte davon ab, Katzen vegetarisch zu ernähren. Ein Mangel kann zum Beispiel zu Herzerkrankungen, Wachstumsstörungen, Erblinden oder Hirnschäden führen.

  • Arginin

    Diese Aminosäure ist in allen gängigen sogenannten "Alleinfuttern" enthalten. Besonders viel davon steckt in Hühner- und Schweinefleisch. Katzen können Arginin nicht in ausreichender Menge selbst produzieren. Schon eine Mahlzeit ohne die für Katzen lebenswichtige Aminosäure kann Erbrechen, Krämpfe und Bewegungsstörungen auslösen.

  • Fette

    Sie sind für Katzen ein wichtiger Energielieferant, dienen als Geschmacksträger und Transporteur fettlöslicher Vitamine. Für Katzen lebenswichtig sind Linolsäure, Linolensäure und Arachidonsäure.

  • Calcium und Phosphor

    Calcium und Phosphor sind bei Katzen wichtig für die Blutbildung, den Knochenbau und die Herzfunktion. Zu viel Phosphor kann die Nieren schädigen, zu viel Calcium die Verfügbarkeit anderer Nährstoffe wie Zink und Kupfer reduzieren. Auch das Mengenverhältnis der beiden Stoffe zueinander ist entscheidend.

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Markt | 29.09.2014 | 20:15 Uhr