Stand: 09.01.2015 12:16 Uhr  | Archiv

Warum viele Elektrogeräte schnell kaputtgehen

von Rieke Sprotte

Kurz nach Ablauf der Garantie geht die Waschmaschine oder der Flachbildschirm kaputt. Zufall? Oder handelt es sich um ein Phänomen, das Experten "geplante Obsoleszenz" nennen? Demnach bauen Hersteller gezielt Schwachstellen ein, um die Lebensdauer ihrer Produkte zu verkürzen. Weil die Haltbarkeit vieler Produkte künstlich reduziert wird, geben Haushalte in Deutschland pro Jahr 101 Milliarden Euro mehr aus als nötig, heißt es in einem Gutachten der Bundestagsfraktion von Bündnis/Die Grünen. Die Industrie streitet das ab.

Elektrogeräte: So tricksen Hersteller

Ziel der Hersteller: Neu kaufen statt reparieren

Sind Geräte nach kurzer Zeit defekt, kann die Industrie den Kunden neue Modelle verkaufen. Denn oft lohnt sich die Reparatur der Altgeräte nicht oder es gibt keine Ersatzteile. Da ist der Anreiz für viele Verbraucher groß, anstelle eines Ersatzteils gleich ein neues Gerät zu kaufen. Zumal die Hersteller ihren Kunden in der Werbung das Gefühl geben, ihr Gerät sei bereits veraltet und müsse durch ein neues ersetzt werden. Fachleute nennen das "psychologische Obsoleszenz".

Konsum auf Kosten der Umwelt

Jedes Jahr kommen in Deutschland rund 1,7 Millionen Tonnen Elektrogeräte neu auf den Markt, schätzt die Gesellschaft für Konsumforschung. Viele davon landen viel früher als nötig auf dem Müll, müssen teuer entsorgt werden. Das kurbelt den Umsatz der Hersteller an - auf Kosten der Umwelt.

Worauf sollten Verbraucher achten?

Elektrogeräte sollten nicht verklebt, sondern verschraubt sein. Sie lassen sich dann einfacher reparieren. Vor dem Kauf kann man sich beim Hersteller oder Händler erkundigen, wie lange Ersatzteile voraussichtlich verfügbar sein werden und was sie kosten.

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Markt | 12.01.2015 | 20:15 Uhr