Stand: 15.08.2016 10:00 Uhr  | Archiv

Vorsicht Abzocke: Autoaufbereiter im Test

von Daniel Krull

Es gibt gute Gründe, sein Auto regelmäßig sauber zu machen. Fahrzeuge, die fortwährend gepflegt werden, setzen nicht so schnell Rost an. Und auch im Innenraum lassen sich Flecken deutlich besser beseitigen, wenn sie noch frisch sind. Außerdem werden durch regelmäßiges Saubermachen unangenehme Gerüche vermieden. Ein gepflegtes Fahrzeug ist auch mehr wert. Aber manchmal reichen Hausmittel nicht aus, um zum Beispiel hartnäckige Flecken zu entfernen. Sogenannte Autoaufbereiter bieten die komplette Reinigung des Autos von innen und außen an. Mit supergünstigen Angeboten gehen sie auf Kundenfang. Doch wie seriös sind die Anbieter, und wie sauber werden die Autos?

Wie gut arbeiten Autoaufbereiter?

Umfangreiches Leistungsangebot

Zu den Leistungen der Autoaufbereiter zählen im Auto die Reinigung der Böden, Fußmatten, des Kofferraums und des Cockpits, eine Polsterreinigung mit speziellen Maschinen und Shampoo, Lederreinigung und anschließende Rückfettung der Sitze sowie die Scheibenreinigung. Zudem können Türeinstiege und Dachhimmel gereinigt werden. Auch Hand- oder Maschinenwäsche von außen, Felgenreinigung sowie Lackpolitur gehören zum Angebot.

Breites Spektrum an Auswahlmöglichkeiten

Die meisten Firmen bieten neben Einzelleistungen auch kostengünstigere Pakete an. Außerdem lohnt es sich zu handeln. Eine Ersparnis von mehr als 100 Euro ist möglich - mit etwas Verhandlungsgeschick.

Vorsicht vor Abzocke

Markt testet vier Autoaufbereiter, die durch besonders günstige Angebote oder viel Werbung im Internet auffallen. Zwar wurden bis auf eines alle Autos sauber. Zwei der Anbieter hielten sich aber nicht an die vereinbarten Preise und informierten auch nicht vorab darüber. Die Reinigung kostete jeweils 50 Euro mehr. Das entspricht einer Preiserhöhung von etwa 30 Prozent!

Ein Aufbereiter behauptete, aus Versehen die normale Innenreinigung in seine Kalkulation nicht eingerechnet zu haben. Falsch, wie wir ihm nachweisen konnten. Ein anderer Autoaufbereiter führte zusätzlich eine Motorwäsche durch. Die war weder beauftragt noch erwünscht. Sein Argument: Er wolle die Autos der Kunden möglichst hübsch machen, damit sie zufrieden seien. Die 50 Euro würden doch keine Rolle spielen.

Zahlreiche Beschwerden in Internetforen legen die Vermutung nahe, dass dies in der Branche wohl eine Masche ist - mit dem Ziel, noch mehr zu verdienen.

Auf schriftlichem Auftrag bestehen

Viele Autoaufbereiter geben nicht automatisch einen schriftlichen Auftrag raus. Darauf sollte man als Kunde aber auf jeden Fall bestehen, um böse Überraschungen bei der Rechnung zu vermeiden. Auf dem Auftrag sollten alle vereinbarten Leistungen sowie der Preis aufgeführt sein. Generell gilt: Leistungen mit Preisabweichungen von mehr als zehn Prozent dürfen nur durchgeführt werden, wenn der Kunde vorher sein Einverständnis gegeben hat.

Darauf sollten Kunden achten:

  • Entfernen Sie vor der Aufbereitung alle wertvollen Gegenstände aus dem Auto.

  • Gehen Sie bei der Abgabe des Fahrzeugs noch einmal mit dem Autoaufbereiter um das Fahrzeug herum und protokollieren Sie etwaige Schäden. Dann gibt es beim Abholen keinen Streit, falls ein weiterer Schaden dazugekommen sein sollte.

  • Lassen Sie sich vom Autoaufbereiter noch einmal detailliert zeigen, was er gemacht hat. Erst dann die Rechnung begleichen.

  • Bestehen Sie auf einer Rechnung. So können Sie später besser Ihre Ansprüche geltend machen, falls es durch die Aufbereitung zu Schäden am Fahrzeug gekommen ist.

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Dieses Thema im Programm:

Markt | 15.08.2016 | 20:15 Uhr

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