Stand: 11.11.2016 09:23 Uhr  | Archiv

Jetzt kommt Licht in den Lampen-Dschungel

Energiesparbirne, Halogenlampe, LED, Leuchtstoffröhre: Beim Kauf eines neuen Leuchtmittels als Ersatz für die alte Glühbirne wird es schwierig. Zwar bieten sich zahlreiche Alternativen an, doch nicht jedes Leuchtmittel eignet sich für jeden Einsatz gleichermaßen gut. Ein Überblick.

Von der Glühbirne zur LED

Schleichendes Aus für die Glühbirne

Das Aus für die Glühbirne verläuft europaweit auf Raten und soll helfen, viel Strom zu sparen. Eine herkömmliche Glühbirne setzt nämlich nur rund fünf Prozent der benötigen Energie in sichtbares Licht um, den Löwenanteil dagegen in Wärme. So durften Glühbirnen von 2009 an stufenweise in der EU nicht mehr hergestellt oder importiert werden. Die sechste und letzte Stufe der Verordnung tritt am 1. September 2018 in Kraft und betrifft einige Halogenlampen. Restbestände darf der Handel weiterhin anbieten.

Derzeit bieten sich im Wesentlichen drei Alternativen zur Glühbirne an: LEDs, Energiesparlampen und Halogenlampen. Halogenlampen ähneln Glühbirnen und benötigen den meisten Strom. Daher fallen auch sie teilweise unter das EU-Verbot.

Welchen Vorteil bieten LEDs?

Das jüngste und derzeit am häufigsten beworbene Leuchtmittel sind "Licht emittierende Dioden" oder kurz LED. Sie wurden in den vergangenen Jahren stetig weiter entwickelt und sind nun in vielen Formen, Helligkeiten und Lichtfarben im Handel. LEDs gelten als sehr langlebig und schaltfest. Das heißt, häufiges An- und Ausschalten schadet ihnen kaum. Außerdem strahlen sie sofort mit voller Helligkeit. LEDs sind jedoch in der Anschaffung vergleichsweise teuer.

Was spricht für die Energiesparlampe?

Energiesparlampen gehörten zu den ersten Alternativen für Glühbirnen. Sie arbeiten nach dem Prinzip einer Leuchtstoffröhre und werden daher von Fachleuten als "Kompaktleuchtstofflampe" bezeichnet. Sie gelten als langlebig, besonders bei wenig An- und Ausschalt-Vorgängen. Der Handel bietet diese Leuchtmittel inzwischen recht preiswert an. Größter Nachteil: Energiesparlampen benötigen einige Zeit, um ihre volle Helligkeit zu erreichen. Sie eigenen sich daher nur bedingt, wenn schnell helles Licht benötigt wird, etwa im Treppenhaus. Aufgrund ihrer Bauart sind die Lampen recht groß. Zerbricht die Leuchtstoffröhre, tritt giftiges Quecksilber aus, die Lampen müssen daher fachgerecht entsorgt werden.

Also lieber Halogenlampen?

Mit Blick auf die Energieersparnis sind Halogenlampen die schlechteste Alternative. Sie benötigen bei gleicher Helligkeit noch rund 75 Prozent der Energie herkömmlicher Glühbirnen. Besonders in der 230-Volt-Version stehen sie daher vor dem Aus. Die Anschaffung ist günstig, die Bauform klein und das Licht ähnelt dem der Glühbirne.

Wie hell sind die Alternativen und was bedeutet Lichtfarbe?

Watt und Lumen

Die Helligkeit einer 25-Watt-Glühbirne entspricht etwa 200 Lumen. Die gleiche Helligkeit erreicht eine LED mit 4 Watt.
25 W - 200 lm - 4 W
40 W - 400 lm - 5 W
60 W - 750 lm - 9 W
75 W - 900 lm - 11 W
100 W - 1.300 lm - 14 W

Die Wattzahl einer Glühbirne hat Auskunft über die Helligkeit gegeben. Heute wird die Helligkeit in Lumen (lm) angegeben. Watt (W) und Lumen lassen sich allerdings nur bedingt vergleichen. Um den passenden Ersatz zu finden, können sich Verbraucher an den Werten in der Box orientieren.

Viele Menschen schätzen gerade im Winter ein "warmes" Licht in der Wohnung, wie es Glühbirnen abgeben. Dagegen strahlten die ersten LEDs "kalt" mit bläulichem Licht. Die Lichtfarbe wird in Kelvin (K) angegeben, je größer die Zahl, desto "kälter" erscheint das Licht. Glühbirnen haben etwa 2.700 K, als neutral gelten rund 4.000 K, Tageslicht beginnt bei 5.500 Kelvin. LEDs und Energiesparlampen werden in unterschiedlichen Lichtfarben angeboten.

Wie steht es mit dem Ra-Wert?

Farben wirken im Kunstlicht anders als bei Tageslicht. Der Ra-Wert, auch CRI genannt, steht für die naturgetreue Farbwiedergabe - interessant etwa am Esstisch oder beim Schminken im Badezimmer. Der Ra-Wert liegt bei höchstens 100 (Sonnenlicht) und sollte 80 nicht unterschreiten.

Funktioniert mein Dimmer noch?

Die Helligkeit von Glühbirnen ließ sich mit Dimmern regeln, die statt des Lichtschalters im Zimmer eingebaut wurden. Mit Energiesparlampen oder LEDs funktioniert das nur noch bedingt. Zwar bewerben manche Hersteller ihre Lampen als dimmbar, in der Praxis kommt es aber auf die Art des Dimmers an. LED-Hersteller bieten häufig Listen mit Dimmer-Modellen an, die im Zusammenspiel mit ihrer LED funktionieren.

Welche Lampe ist am günstigsten?

Tipps zum LED-Kauf

- Auf den lm-Wert achten. Günstige Modells sind häufig kaum heller als eine 25-Watt-Glühbirne.
- Warmweiße LEDs mit Werten um 2.700 Kelvin wirken wie Glühbirnen.
- Das Energielabel auf der Packung sollte mindestens A, besser A+ oder A++ zeigen. Außerdem nennt es den Stromverbrauch in Kilowattstunden pro 1.000 Betriebsstunden.

Die tatsächlichen Kosten einer Lampe setzen sich aus dem Kaufpreis und dem Energieverbrauch während der Lebensdauer zusammen. In der Anschaffung sind Glühbirnen (soweit noch im Handel) die günstigste Variante vor Halogenlampen, Energiesparlampen und LEDs. Bei der Lebensdauer kehrt sich die Reihenfolge um. LED-Lampen sollen 25.000 Stunden leuchten können. Bleiben sie täglich acht Stunden lang eingeschaltet, entspricht dies 8,5 Jahren. Eine Glühbirne macht schon nach 1.000 Stunden schlapp. Der Energieverbrauch - bei gleicher Helligkeit - liegt bei LEDs und Energiesparlampen etwa gleichauf und beträgt rund 15 Prozent des Werts einer Glühbirne.

Lohnt sich ein Austausch?

Ob es sich finanziell lohnt, eine funktionierende Glühbirne auszutauschen, hängt vor allem mit dem Einsatzort zusammen. Wenn Leuchten häufig lange brennen, amortisiert sich der höhere Preis für ein sparsames Leuchtmittel schnell. Werden aber Leuchten nur selten und kurz eingeschaltet, etwa im Keller, dauert es entsprechend länger. Die wirksamste Möglichkeit, bei der Beleuchtung Strom zu sparen, bleibt: nicht benötigte Lampen ausschalten.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Fernsehen / Markt / 04.04.2016 / 20:15 Uhr

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