Stand: 14.10.2016 15:23 Uhr

Sorgerechtsverfügung im Todesfall: Das ist wichtig

von Louisa Maria Giersberg
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Eine Sorgerechtsverfügung sorgt für Sicherheit.

Was passiert, wenn wir sterben und unser Kind allein zurückbleibt? Diesen Gedanken schieben die meisten Eltern lieber beiseite. Damit aber in diesem Fall nicht Gerichte entscheiden, wo das Kind oder die Kinder leben werden, sollten Eltern schriftlich festlegen, wer sich im Falle ihres Todes um die Kinder kümmern soll und wer nicht - in einer so genannten Sorgerechtsverfügung. Denn das Sorgerecht geht nicht - wie viele glauben - automatisch auf nahe Verwandte oder die Taufpaten über.  

Ohne Sorgerechtsverfügung bestimmt das Gericht

Haben Eltern keine Verfügung hinterlegt, bestimmen Familiengericht und Jugendamt gemäß § 1773 ff. BGB einen Vormund. Wenn beide Eltern das gemeinsame Sorgerecht haben und einer der beiden stirbt, erhält der überlebende Partner das Sorgerecht, das gilt auch für getrennt lebende oder geschiedene Paare. Sterben beide Eltern, bemüht sich das Gericht, nahen Verwandten die Vormundschaft zu übertragen. Bei Alleinerziehenden, die das alleinige Sorgerecht haben, geht dieses im Todesfall an den anderen Elternteil. Es sei denn, der oder die Alleinerziehende schließt dies für das Gericht nachvollziehbar aus. Sollen die Taufpaten die Vormundschaft übernehmen, muss das schriftlich hinterlegt werden.

Regelmäßig Wünsche überprüfen

Weil sich Lebenssituationen und auch Vertrauensverhältnisse ändern können, sollten Eltern alle zwei bis drei Jahre ihre Papiere überprüfen und sich eine Frage stellen: Ist das noch die Person, der ich meine Kinder anvertrauen möchte? In jedem Falle sollten Eltern einen Ersatzvormund benennen, falls der Wunschvormund nicht mehr in der Lage ist, das Sorgerecht zu übernehmen. Es ist zudem möglich, die Personensorge von Vermögenssorge zu trennen. Dann wird zum Beispiel ein Angehöriger mit der Erziehung betraut, die Verwaltung des Vermögens wird von einer anderen Person übernommen. Entscheidend ist, dass Eltern sich Gedanken machen und ihre Wünsche zu Papier bringen.

Das ist bei der Sorgerechtsverfügung zu beachten

  • Unbedingt klären, ob der Wunschvormund tatsächlich bereit ist, das Kind oder die Kinder aufzunehmen.
  • Die Sorgerechtsverfügung kann formlos, muss aber handschriftlich verfasst sein, die vollständigen Namen aller Beteiligten enthalten und mit Ort und Datum unterschrieben sein.
  • Das Dokument sollte sowohl zu Hause im "Notfall-Ordner" als auch bei einem Notar, dem Nachlassgericht oder dem gewünschten Vormund hinterlegt werden.
  • Mit Vollendung des 14. Lebensjahres dürfen Kinder mitentscheiden, wer ihr Vormund sein soll.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 07.11.2016 | 11:07 Uhr

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