Stand: 20.04.2015 17:59 Uhr  | Archiv

Schrittzähler im Praxistest

von Beatrice von Mangoldt
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Mit einem Schrittzähler soll Bewegung noch mehr Spaß machen.

Schrittzähler sollen zu mehr Bewegung motivieren. Experten empfehlen, durchschnittlich 10.000 Schritte pro Tag zu gehen. Laut Studien bewegen sich Menschen, die einen Schrittzähler benutzen, besonders viel. Die Geräte ermitteln die Anzahl der eigenen Schritte, die verbrauchten Kalorien und die gelaufenen Kilometer. Sie passen in die Hosentasche oder lassen sich als Armband am Handgelenk befestigen. Die Preise reichen von fünf Euro bis über 100 Euro. Markt macht den Praxistest mit vier Geräten: 

  • "Flex Aktivitäts-Tracker" von Fitbit für rund 85 Euro
  • "ViFit Aktivitäts-Tracker" von Mediasana für rund 35 Euro
  • Schrittzähler "Walking Style Three" von Omron für rund 20 Euro
  • Schrittzähler "HPC650" von Daffodil für rund 7 Euro

Für Markt probieren die Teilnehmer einer Staatlichen Abendschule und Markt Moderator Jo Hiller die Schrittzähler aus - im Rahmen der Aktion "Wünsch Dir Deinen NDR".

Wie gut sind die Schrittzähler?

Bis zu 119.000 Schritte in einer Woche

Während der Testwoche sind die Teilnehmer hochmotiviert. Statt die Rolltreppe zu benutzen, gehen sie die Stufen lieber selbst. "Ich hatte sogar ein schlechtes Gewissen, wenn ich mein Tagesziel noch nicht erreicht hatte", erzählt eine Testerin. Auch der Vergleich in der Gruppe zeigt Wirkung: Die Tester wollten sich gegenseitig übertrumpfen. Zwischen 45.000 und 119.000 Schritte legen sie in einer Woche zurück. Moderator Jo Hiller liegt mit 96.878 im Mittelfeld.

Fitnessdaten im Internet: Experte warnt

Schritte zählen - das empfiehlt auch Christoph Kranich, Experte der Verbraucherzentrale Hamburg für Gesundheit und Patientenschutz. Doch er warnt davor, die ermittelten Daten im Internet zu speichern oder in Fitnessforen zu vergleichen. Interesse an den freiwillig gesammelten Daten haben seiner Ansicht nach nicht nur Sportartikelhersteller, sondern auch Kranken- und Lebensversicherungen.

Laut einer Studie kommt es für rund jeden Dritten in Frage, Fitnessdaten an die Krankenkasse weiterzugeben, um Rabatte zu bekommen. "Das sind die Gesunden, die haben nichts zu verbergen, aber die grenzen die anderen aus, die vielleicht krank sind und das nicht möchten", kritisiert Kranich.  Setzt sich das freiwillige Sammeln der Daten durch, heißt das im Umkehrschluss: "Wer da nicht mit macht, muss krank sein."

Fazit: Kein Schrittzähler überzeugte

Kein Schrittzähler konnte die Tester voll und ganz überzeugen. Das Fitbit-Armband ließ sich leicht austricksen: Mehrmals den Arm geschwungen, schon wurden Schritte gezählt. Den Schrittzähler von Omron fand der Tester alltagstauglich, aber beim Sport gab es große Abweichungen. Beim Daffodil-Gerät wurden auch hastige Bewegungen als Schritte gezählt. Das Gerät von Medisana fand der Tester verlässlich bei der Schrittzahl, aber kompliziert in der Handhabung.

Und das sagen die Hersteller

  • Fitbit

    Wenn sich die Arme stärker als der Körper bewegen, könne es einen "leichten Aktivitätsunterschied im Vergleich zu den am Körper befestigten Trackern" geben.

  • Omron

     "Eine Abweichung beim Sport ist gegeben, da das Gerät auf eine Schrittlänge eingestellt ist für Gehen."

  • Daffodil

     "Das Entscheidende ist, dass es sich mit dem Körper des Nutzers mitbewegt und nicht frei bewegt."

  • Medisana

    "Ein Nachfolgemodell kann die Daten auch über eine App synchronisieren."

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Markt | 20.04.2015 | 20:15 Uhr