Stand: 17.04.2015 15:10 Uhr

Das beste Schneidebrett - Holz oder Plastik?

von Beatrice von Mangoldt

Schneidebretter in der Küche müssen einiges aushalten. Sie sollen scharfen Messern standhalten, keine Gerüche oder Verfärbungen annehmen und möglichst keimfrei sein. Die einen schwören dabei auf Plastikbretter, die anderen auf Holz. Doch welche Bretter halten den Anforderungen besser stand? Welche sind aus hygienischer Sicht am besten? Für Markt haben Hobbyköche vier Bretter aus Holz und Plastik ausprobiert und darauf unter anderem Rote Bete, Zwiebeln und Putenfleisch geschnitten:

  • Schneidebrett aus Kunststoff von Ikea für 1,49 Euro
  • Brett aus Akazienholz von Fackelmann für 8,39 Euro
  • Schneidebrett aus Kunststoff von Kesper für 8,99 Euro
  • Brett aus Bambus von WMF für 19,95 Euro

Schneidebretter im Vergleich

Nach jeder Benutzung wurden die Bretter gespült. Außerdem schickte Markt die Bretter ins Labor. In drei Phasen wurden dort Proben genommen: nach dem Schneiden von Fleisch, nach dem Spülen und nach dem Trocknen. Die Analyse zeigt: Nach dem Schneiden des Putenfleischs tummelten sich auf allen Brettern Keime, darunter auch der Antibiotika-resistente Erreger MRSA. Nach dem Spülen fanden sich auf den Schneidebrettern bereits deutlich weniger Keime. Fast vollständig keimfrei waren die Bretter erst nach dem Trocknen, denn die meisten Erreger sind nicht trocknungsresistent. Überraschend für unsere Tester: Abwaschen per Hand ist nicht grundsätzlich unhygienischer als eine Reinigung in der Spülmaschine. Im Gegenteil: Die meisten Keime fanden sich auf dem Brett, das in der Spülmaschine gereinigt wurde.

Möglichst heiß reinigen

Für Bretter, auf denen Fleisch geschnitten wird, empfehlen Experten eine Reinigung bei mindestens 60 Grad, denn erst bei diesen Temperaturen sterben auch gefährliche Keime. Das sollte schon beim Kauf eines Brettes bedacht werden. Bretter wie die Schneideunterlage von Ikea, die bei maximal 50 Grad gespült werden dürfen, sind deshalb nicht für Fleisch geeignet.

Auf Anfrage von Markt räumt Ikea ein: Bei dem Brett handele es sich um eine "Unterlage für das Zerkleinern von Gemüse". Der deutliche Hinweis, dass das Schneidebrett für Fleisch nicht geeignet ist, fehlt jedoch auf der Verpackung.

Das Holzbrett von Fackelmann soll trotz der abgebildeten 30 Grad auf der Verpackung für Fleisch verwendet werden können. Bei dem Aufdruck "30 Grad" handele es sich um einen Druckfehler, teilt das Unternehmen dazu mit. Das Brett sei bei 60 Grad zu reinigen.

Holz bei Hygiene nicht schlechter als Plastik

Holz oder Plastik: Wozu man greift, ist vor allem Geschmackssache. Holzbretter sind aber in Sachen Hygiene nicht schlechter als Plastikbretter, im Labortest von Markt lagen sie sogar vorn. Studien zeigen außerdem, dass bestimmte Hölzer antimikrobielle Eigenschaften haben. Das bedeutet, dass Bakterien, die hängen bleiben, durch Inhaltsstoffe im Holz möglicherweise abgetötet werden. Plastik kann das nicht leisten. Zudem kann Holz kleine Schnitte ausgleichen, weil es quellen kann.

Tipps zum Umgang mit Schneidebrettern

  • In der Küche mindestens zwei, besser sogar drei Bretter verwenden: eines für Fleisch, ein zweites für Rohkost und ein drittes zum Beispiel für Brot.

  • Viele Keime, auch multiresistente Erreger wie MRSA, werden erst bei Temperaturen von 60 Grad Celsius abgetötet - das sollte man auch bei der Reinigung berücksichtigen. Die meisten Plastikbretter dürfen in die Spülmaschine. Dabei auf ein Spülprogramm mit mindestens 60 Grad achten. Beim Spülen per Hand heißes Wasser und Spülmittel benutzen und auf saubere Schwämme achten.

  • Die meisten Keime sind nicht trocknungsresistent. Wer die Küchenbretter gut trocknen lässt, umgeht unnötige Keimbelastungen.

  • Harte Unterlagen wie Glasbretter können die Messer beschädigen, deshalb sind weichere Unterlagen wie Holz oder Plastik auch für die Messer schonender. Wenn ein Brett zu viele Rillen aufweist, sollte es ausgetauscht werden. Manche Holzbretter können aber auch abgehobelt werden.

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Markt | 20.04.2015 | 20:15 Uhr