Stand: 03.08.2012 14:31 Uhr  | Archiv

Polizei warnt Firmen vor Telefon-Hackern

Einfache Passwörter wie "0000" oder "1234" sollten geändert werden. (Themenbild)

In Goslar haben Betrüger Sicherheitslücken von Firmen ausgenutzt und sich in deren Telefonanlagen eingewählt, um teure Nummern sogenannter Mehrwertdienste zu wählen. Die Anrufe gingen also quasi von den Firmentelefonen aus und die Firmen bleiben jetzt wahrscheinlich auf dem Schaden von insgesamt 20.000 Euro sitzen. Für eine Firma in Goslar ist es ganz bitter: 4.600 Anrufe an nur einem Wochenende sind an ominöse Nummern im Ausland gegangen.

Standardpasswörter machten den Betrug leicht

Solche Fälle gibt es mittlerweile vereinzelt jeden Monat in Niedersachsen, bundesweit sei die Masche seit über einem Jahr bekannt, so ein Sprecher des Landeskriminalamtes in Hannover. Wenn eine Firma eine Telefonanlage installiert, dann ist diese vom Hersteller mit einem Standard-Passwort geschützt, zum Beispiel "0000" oder "1234". Viele Firmen haben das Passwort wohl nicht geändert: Die Betrüger mussten also nur die gängigen Standardpasswörter ausprobieren und schon waren sie in den Telefonanlagen der Firmen. Dort konnten sie dann Rufumleitungen aktivieren, die zu Mehrwertdiensten im Ausland führten. Diese teuren Nummern hatten die Betrüger zuvor selbst eingerichtet. Ein Anruf dorthin kostete bis zu 30 Euro - die letztlich auf dem Konto der Betrüger landen.

Auch bei privaten Telefonen sollte man vorsichtig sein: Anrufbeantworter beispielsweise haben auch oft Passwörter, um sie von externen Telefonen zu steuern. Die Polizei rät daher allen, Passwörter sofort zu überprüfen und im Zweifel zu ändern.