Stand: 11.10.2017 17:46 Uhr

Mit dem Auto sicher durch Herbst und Winter

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Gut vorbereitet kommen Sie mit dem Auto sicher durch Herbst und Winter.

Nasse Straßen, Kälte, Eis und Schnee - in der kalten Jahreszeit sind die Straßenverhältnisse oft schwierig. Schon jetzt im Herbst werden die Tage kürzer und dunkler, die Straßen sind nass und rutschig und der erste Frost ist nicht mehr weit - höchste Zeit, dass Auto winterfit zu machen. Experten des Kfz-Gewerbes empfehlen, bereits im Oktober Winterreifen auf das Auto aufziehen zu lassen. Doch die sind ein teures Extra. Welche Alternativen gibt es?

Autoexperten beantworten Fragen rund rum Reifen

  • Welche Reifen sind besser: Winter- oder Allwetterreifen?

    Kfz-Meister und Reifenexperte Tim Diercks: "Wir empfehlen unseren Kunden Ganzjahresreifen, wenn sie im städtischen Bereich oder im Nahbereich unterwegs sind und nicht so viel fahren. Für Leute, die auch bei widrigsten Bedingungen, wie zum Beispiel bei Eis und Schnee, viel über Land fahren müssen und weite Strecken unterwegs sind, sind Winterreifen besser, weil sie bei diesen Bedingungen doch erhebliche Vorteile bieten."

  • Ändert sich das Fahrverhalten mit Winterreifen?

    Kfz-Meister Jürgen Krieser: "Das Fahrverhalten ändert sich, weil die Winterreifen bei Schnee auf Grund der weicheren Gummimischung einen besseren Grip auf der Straße haben. So können Sie das Fahrzeug sicherer führen."

  • Wann soll man Winterreifen aufziehen?

    Kfz-Meister und Reifenexperte Tim Diercks: "Es gibt da eigentlich keine feste Regel. Der Gesetzgeber sagt nur, man soll eine den Witterungsverhältnissen angepasste Bereifung fahren. Noch sind die Witterungsverhältnisse so, dass es mit Sommerreifen noch geht. Sobald das Thermometer aber unter sieben bis acht Grad fällt oder wenn es den ersten Schnee oder Nachtfrost gibt, ist man sehr gut beraten, die Winterreifen schon drauf zu haben."

  • Wie lange halten Winterreifen und wie stelle ich fest, ob sie noch gut sind?

    Kfz-Meister Andreas Weber: "Empfehlung ist, nach sieben Jahren die Winterreifen zu ersetzen, weil der Gummi hart, porös und spröde wird. Nach dieser Zeit sollte er auch schon abgefahren sein. Wenn man die Profiltiefe messen möchte, nimmt man eine Zwei-Euro-Münze - und wenn der Silberrand schon zu sehen ist, dann ist der Reifen unter vier Millimeter und verschlissen. Solange der Rand nicht zu sehen ist, ist alles in Ordnung."

  • Kann man auch gebrauchte Winterreifen kaufen?

    Kfz-Meister Jörn Ingo Matzen: "Selbstverständlich kann man auch gebrauchte Winterreifen kaufen. Die Reifen sollten aber nicht zu alt sein. Sie können auch mal drei bis vier Jahre auf dem Buckel haben, entscheidend ist unter anderem, dass die Profiltiefe nicht weniger als vier Millimeter beträgt."

  • Sind Allwetterreifen etwas für Vielfahrer?

    Kfz-Meister und Reifenexperte Tim Dirks: "Ich würde sagen nein. Bei widrigen Bedingungen hat der Winterreifen einfach Vorteile. Er ist griffiger auf Schnee und Eis. Ich empfehle Vielfahrern auf jeden Fall Winterreifen. Allwetterreifen empfehlen wir unseren Kunden eigentlich nur für den Stadt- oder Nahbereich und dann montiert auf kleinere oder mittelgroße Fahrzeuge."

  • Wie verhalten sich Winterreifen auf nassen Straßen?

    Kfz-Meister und Reifenexperte Tim Dirks: "Ein moderner Winterreifen deckt das gesamte Einsatz-Spektrum ab - von trockener Fahrbahn über nasse Fahrbahn bis hin zur vereisten oder verschneiten Fahrbahn. Es gibt Winterreifen, die nicht die Höchstgeschwindigkeit des Fahrzeugs fahren können. Einige Kunden machen da dann Abstriche und kaufen Winterreifen, die nur bis 190 km/h zugelassen sind. Dann gibt es halt einen Aufkleber auf dem Armaturenbrett, der den Kunden darauf hinweist. Darüber hinaus muss man keine Abstriche machen."

  • Bin ich eigentlich versichert, wenn ich mit Sommerreifen im Winter fahre und einen Unfall baue?

    Kfz-Meister Jürgen Krieser: "Ja, Sie sind versichert. Ihre Versicherung übernimmt auf jeden Fall den Schaden des Unfallgegners. Es kann allerdings sein, dass Ihnen die Versicherung eine Mitschuld gibt und Sie nicht den vollen Schaden ersetzt bekommen, wenn Sie mit Sommerreifen einen Unfall verursachen."

  • Wie fahre ich am besten und sichersten, wenn im Herbst der erste Bodenfrost auf den Straßen ist?

    Carsten Jungenkrüger von der Burgtor Fahrschule Lübeck: "Am besten rechtzeitig ab ungefähr sieben Grad Winterreifen aufziehen. Darüber hinaus sollten Sie sich auf die Witterungsverhältnisse einstellen. Ab vier Grad könnte es auf Brücken schon ein bisschen Glatt werden - vielleicht morgens ein bisschen früher losfahren. Und gerade im Herbst sollten Sie auf nasses Laub achten. Deshalb: vorausschauendes Fahren ist wichtig."

  • Was muss ich an meinem Auto überprüfen, bevor der Winter beginnt?

    Kfz-Meister Andreas Weber von der Werkstatt Autoreparatur Ambos in Oststeinbek: "Überprüfen sollten Sie generell erstmal den Ölstand und die Scheibenwaschanlage. Dann sollten Sie auf die Reifen achten. Falls Sie Ganzjahresreifen haben oder Sommerreifen, dann sollten Sie auf Winterreifen wechseln. Bei der Kühlflüssigkeit sollten Sie darauf achten, dass Sie Kühlmittel, das mindestens minus 25 Grad aushält, oder Frostschutz drinhaben. Das können Sie rausfinden, indem Sie in die Werkstatt fahren und das einmal spindeln lassen. Das ist ganz wichtig, damit der Motor nicht einfriert."

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Auch Scheibenwischer, Licht und Batterie checken

Der obligatorische Reifenwechsel ist nur ein Schritt zum winterfesten Auto und für optimale Sicherheit im Straßenverkehr. Scheibenwischer, Waschanlage, Lichter, Batterie, Ölstand und Unterboden: Prüfen Sie ihr Auto rundum und gründlich. Defekte Stellen lassen sich leicht ausfindig machen und die frühzeitige Instandsetzung kann die Lebensdauer des Fahrzeugs verlängern und nicht nur Geld, sondern auch Nerven sparen. Der einfachste Weg zum winterfesten Auto ist ein Gang in die Werkstatt. Die meisten Werkstätten bieten für kleines Geld einen sogenannten Wintercheck an.

Schritt für Schritt zum winterfesten Auto

Winterzubehör fürs Auto

Der Wintercheck ist ein guter Anfang. Um wirklich für den Winter gerüstet zu sein, sollten Sie diese Dinge im Auto unbedingt dabei haben:

  • Frostschutzmatten für Front- und Heckscheibe: Halten die Scheiben eisfrei, wenn das Auto unter freiem Himmel steht.
  • Scheibenenteiser: Bevor Sie zu stark schaben und damit eventuell die Scheibe zerkratzen, lieber Enteisungsspray benutzen.
  • Eiskratzer: Anschließend mit der weichen Seite des Eiskratzers die Eisreste entfernen.
  • Handfeger: Nicht nur die Scheiben müssen eisfrei sein, das gesamte Fahrzeug muss vor Fahrtantritt vom Schnee befreit werden.
  • Kehrblech/Schaufel: Bei starkem Schneefall können Sie damit die Räder frei schaufeln. Tipp: Eine Schaufel aus Blech zerbricht nicht.
  • Türschlossenteiser: Bitte in der Tasche und nicht im Auto aufbewahren.
  • Scheibenschwamm oder -tuch: Damit können Sie sich klare Sicht verschaffen, wenn die Scheiben beschlagen. Tipp: Regelmäßig mit Glasreiniger putzen.
  • Frostschutzkanister: Frostschutzmittel gehört im Winter in jeden Kofferraum. Tipp: Große Kanister sind meist günstiger als kleine.
  • Starthilfekabel: Ein praktischer Begleiter, falls die Batterie trotz Wintercheck einmal schlapp machen sollte.
  • Für längere Fahrten: Unbedingt warme Decken, warme Schuhe, Handschuhe und eine große Thermoskanne Tee einpacken.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Guten Morgen Schleswig-Holstein | 12.10.2016 | 05:40 Uhr

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