Stand: 03.08.2017 15:47 Uhr

Mietwagen im Ausland - Das sollten Urlauber beachten

Land und Leute lassen sich auf Reisen am besten kennenlernen, wenn man mit dem Auto auf eigene Faust Ausflüge unternehmen kann. Zu diesem Zweck nehmen sich viele Urlauber einen Mietwagen und erleben im Schadensfall böse Überraschungen, wenn sie sich zuvor nicht ausreichend über die Mietbedingungen und den Umfang der gebuchten Versicherungen informiert haben. Wer unbeschwerte Urlaubstage ohne Fallstricke verleben möchte, ist mit den Tipps der Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt auf der sicheren Seite.

Mietwagen vom Heimatort aus buchen

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Wer den Leihwagen vorab in einem Reisebüro oder einem Internetportal bucht, kann Preise und Leistungen optimal vergleichen.

Am besten fahren Urlauber, wenn sie den Mietwagen schon vor Reiseantritt über ein Mietwagenportal im Internet, einen Automobilclub oder im Reisebüro buchen: Zum einen sind an kleineren Urlaubsorten unter Umständen spontan gar keine Mietwagen verfügbar, zum anderen lassen sich in aller Ruhe Preise und Leistungen vergleichen sowie Rabatte ausnutzen. Die Buchung sollte im Idealfall bis kurz vor der Reise stornierbar sein. Am besten vorher überlegen, ob das Fahrzeug für eine größere Rundreise eingesetzt oder nur für kleinere Kurztrips genutzt wird. Dementsprechend die Vertragsoptionen "unbegrenzte Kilometer" wählen oder überschlagen, ob eine günstigere Kilometerbegrenzung ausreicht.

Immer die Preise inklusive aller Kosten vergleichen. Unbedingt nach Vertragsabschluss prüfen, ob die Angaben in der Buchung mit den Angaben auf dem Voucher übereinstimmen. In der Regel gelten die Versicherungs- und Vertragsbedingungen des Urlaubslandes, wer jedoch bei einem deutschen Mietwagenvermittler bucht, sichert sich Vertragsbedingungen nach deutschem Recht - ein klarer Vorteil.

Sonderausstattung und Extras sind teuer

Extras wie die Rückgabe des Leihwagens an einem anderen Ort, Tankservice - statt dem üblichen voll gegen voll, Sonderausstattungen wie Navigationssysteme oder Hotelbringservice lassen sich Autovermieter in der Regel teuer bezahlen. Auch für die Aufnahme weiterer Fahrer in den Mietvertrag - besonders wenn sie unter 25 Jahre alt sind oder noch nicht lange ihren Führerschein haben - können hohe Extra-Kosten entstehen.

Haftpflicht: Mallorca-Police und Traveller-Police

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Ist ein umfassendes Versicherungspaket bereits Teil der Buchung, sollten sich Urlauber vor Ort keine zusätzlichen Policen aufschwatzen lassen.

Im Ausland gelten teilweise für die Haftpflichtversicherung wesentlich geringere Deckungssummen, die bei schweren Sach- und Personenschäden nicht ausreichend sind. Die Deckungssumme sollte mindestens eine Million Euro betragen. Deshalb am besten bei der Buchung von zu Hause gleich ausreichenden Schutz mitbestelllen. Wer erst im Urlaub ein Auto mietet und auf Nummer sicher gehen möchte, schließt vorab eine sogenannte Mallorca-Police ab, die im europäischen Ausland umfassenden Schutz bietet. Teilweise ist die Mallorca-Police bereits bei der eigenen Autoversicherung inklusive oder als kostenfreie Service-Leistung dabei, wenn der Mietwagen mit bestimmten Kreditkarten bezahlt wird. Wer umfassenden Schutz auch außerhalb des europäischen Auslands benötigt, sollte die sogenannte Traveller-Police abschließen. Entsprechende Policen lassen sich bei Kfz-Versicherern, Automobilclubs sowie Versicherungsportalen abschließen.

Kasko-Versicherung für Schäden am Fahrzeug

Selbst verschuldete Schäden am Fahrzeug oder gar Diebstahl und Vandalismus werden nicht von der Haftpflichtversicherung übernommen. Hierfür ist der Abschluss einer Kaskoversicherung notwendig. Wer für den Schadensfall abgesichert sein möchte, sollte deshalb eine Vollkaskoversicherung ohne oder mit geringer Selbstbeteiligung abschließen, die auch Schäden an Reifen, den Felgen, dem Unterboden, am Dach sowie durch Steinschlag und Diebstahl einschließt. Wichtig: Nur die im Mietvertrag angegebenen Personen dürfen das Fahrzeug steuern, fahren andere, erlischt der Versicherungsschutz. Das Gleiche gilt beispielsweise für geografische Einschränkungen in den Mietbedingungen, das Fahren auf unbefestigten Straßen oder das Überqueren von Staatsgrenzen..

Insassen- und Gepäckversicherung meist überflüssig

Eine Insassenversicherung lohnt nur dann, wenn die mitfahrenden Personen über keine eigene Auslandskrankenversicherung oder Unfallversicherung verfügen. Entbehrlich ist in der Regel auch eine Gepäckversicherung. Wer in Ländern der Dritten Welt oder den USA unterwegs ist, sollte eine Versicherung für Personenschäden durch unterversicherte oder flüchtige Verkehrsteilnehmer abschließen. Diese Versicherungsoption heißt in Mietverträgem UMP (Uninsured Motorist Protection).

Übernahme und Rückgabe protokollieren

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Eine persönliche Über- und Rückgabe des Mietwagens kann viel Ärger ersparen, wenn Schäden in einem Protokoll dokumentiert werden.

Um Streit darüber zu vermeiden, ob Kratzer oder Beulen während des Mietverhältnisses entstanden sind, am besten die persönliche Übernahme und Rückgabe mit einem Mitarbeiter der Autovermietung durchführen. Bereits vorhandene Schäden in einem Übergabeprotokoll dokumentieren, im Idealfall auch mit Fotos auf dem Smartphone den Zustand des Fahrzeugs festhalten. Auch bei der Rückgabe sollte ein Mitarbeiter im Rückgabeprotokoll den schadensfreien Zustand des Wagens mit seiner Unterschrift bestätigen.

Bei der Übergabe zudem darauf achten, dass die im Urlaubsland vorgeschriebene Sicherheitsausrüstung an Bord ist, damit es bei Verkehrskontrollen durch die Polizei nicht zu Problemen kommt. Vor dem Losfahren grundlegenden Fahrzeugfunktionen wie Bremsen und Beleuchtung prüfen. Außerdem sicherstellen, dass das Fahrzeug alle vertraglich zugesicherten Ausstattungsmerkmale aufweist. Bei der Übergabe ist häufig eine Kaution fällig, mit deren Summe (zwischen 300 und 2.300 Euro) in der Regel die Kreditkarte belastet wird. Die Karte sollte deshalb über ausreichend Kreditrahmen verfügen, besonders wenn sie parallel als Zahlungsmittel eingesetzt werden soll.

Schadensabwicklung bei einem Unfall

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Hat es gekracht, alle Schäden mit Fotos dokumentieren, einen Unfallbericht schreiben und eine Kopie des Polizei-Protokolls anfertigen.

Bei einem Unfall oder Diebstahl unverzüglich den Autovermieter informieren und die Polizei rufen. Eine Kopie des Polizeiberichts geben lassen, den Unfall mit einem Unfallprotokoll (Formular meist im Handschuhfach) dokumentieren. Fotos von den Unfallschäden und dem Unfallort machen, Personalien von ihrem Unfallgegner und Zeugen feststellen. Den Unfallbericht bei Rückgabe des Fahrzeugs dem Vermieter aushändigen. Zusammen mit einem Mitarbeiter einen Schadensbericht erstellen, den beide Seiten unterschreiben. Für die Schadensabwicklung von allen Dokumenten eine Kopie behalten. Im Urlaubsland müssen Schäden zunächst direkt beim Autovermieter beglichen werden. Wurde der Wagen über einen deutschen Vermittler mit Vollkasko gebucht, werden die Auslagen vom Vertragspartner später erstattet. Zur Schadensregulierung unbedingt alle vertraglich vereinbarten Meldefristen genau einhalten.

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Dieses Thema im Programm:

Markt | 05.12.2016 | 20:15 Uhr

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