Stand: 04.03.2016 12:25 Uhr

Eier im Test: Schmeckt Bio besser?

von Benjamin Cordes

Ein Ei gleicht dem anderen - das gilt schon lange nicht mehr. Es gibt Eier mit weißer und brauner Schale, große und kleine, konventionell und ökologisch produzierte Eier. Und das sind längst nicht alle Unterschiede: Wie viel Auslauf haben die Hühner, die Frühstückseier legen? Und welches Futter bekommen sie? Auch darauf können Verbraucher achten. Doch welche Eier schmecken am besten? In einer Stichprobe vergleicht Markt verschiedene Eier (Preis pro Stück):

  • Bio-Eier vom Demeter-Hof für 60 Cent
  • Bio-Eier vom Discounter für 26 Cent
  • Eier aus Freilandhaltung für 16 Cent
  • Eier aus Bodenhaltung für 12 Cent

Für Markt bewerten Teilnehmer einer Straßenumfrage den Geschmack der Eier.

Eier und Hühnerhaltung im Vergleich

Warum sind Demeter-Eier so teuer?

Bei der Eierproduktion in vielen Demeter-Höfen werden männliche Küken nicht getötet, sondern gemästet und vermarktet. Das ist nach Auskunft von Demeter-Landwirten wie Carsten Bauck mit einem höheren Aufwand verbunden und führt zu meist deutlich höheren Preisen für Demeter-Eier gegenüber Bio-Eiern nach EU-Standard.

Wie werden Eier produziert?

Für die Eierproduktion werden besonders leistungsfähige Hühner gezüchtet. Sie legen fast jeden Tag ein Ei. Dazu ziehen sie sich in abgedunkelte Ställe zurück. Dort befinden sich Nester, die mit Matten ausgelegt sind. Die frisch gelegten Eier rollen vom Nest direkt auf ein Transportband. Übrigens: In den Morgenstunden legen Hühner die meisten Eier.

Unter welchen Bedingungen leben Hühner?

Wie viel Platz Hühner haben und welches Futter sie bekommen, ist gesetzlich geregelt:

  • Kleingruppen sind der Mindeststandard für die Hühnerhaltung, seitdem die herkömmliche Käfighaltung verboten wurde. Jedem Huhn stehen mindestens 800 Quadratzentimeter zur Verfügung. Das entspricht etwa der Fläche von eineinhalb DIN-A4-Blättern. Es gibt Nester zum Ablegen der Eier, einen Einstreubereich und Sitzstangen zum Schlafen.
  • In Bodenhaltung wird mehr als die Hälfte der Eier in Deutschland produziert. Erlaubt sind bis zu neun Hühner pro Quadratmeter Stallfläche. Mindestens ein Drittel der Bodenfläche muss mit Streumaterial wie Stroh, Holzspänen, Sand oder Ton bedeckt sein.
  • Bei der Freilandhaltung hat jedes Huhn zusätzlich eine Auslauffläche von vier Quadratmetern.
  • Die ökologische Haltung sieht sechs Legehenne pro Quadratmeter vor und zusätzlich vier Quadratmeter Auslauffläche. Außerdem muss das Futter ökologisch erzeugt sein. Der Einsatz von Gentechnik im Tierfutter ist verboten.

Was bedeutet der Stempel auf dem Ei?

Jedes Ei muss mit einem Stempelaufdruck versehen werden. Daran lässt sich die Haltung, das Herkunftsland und der Legebetrieb erkennen. Die erste Ziffer des Herkunftsstempels steht für die Haltungsform. Die Buchstabenabkürzung steht für das Herkunftsland. DE steht für Deutschland. Es folgt dann die Nummer des Betriebs. Immer mehr Betriebe drucken die Informationen auch auf die Verpackung oder stellen sie im Internet bereit. Dort können Verbraucher die aufgestempelte Kontrollnummer eintippen, um beispielsweise Fotos vom Legebetrieb zu sehen.

Weitere Informationen

Die Kennzeichnung von Eiern richtig verstehen

Auch heute noch werden Legehennen in engen Käfigen gehalten. Doch immer mehr Menschen legen Wert auf Eier aus artgerechteren Haltungsformen. Wie erkennt der Verbraucher sie? mehr

Wie findet man das richtige Ei?

Im Supermarkt werden ausschließlich Eier der Güteklasse A angeboten. Sie erfüllen die höchsten Qualitätsansprüche: Die Schale ist unversehrt, das Eiklar beim Durchleuchten praktisch durchsichtig, der Dotter befindet sich ziemlich genau in der Ei-Mitte. Eier der Güteklasse B kommen nur für die industrielle Weiterverarbeitung infrage. Die im Supermarkt angebotenen Eier unterscheiden sich aber im Gewicht:

  • Gewichtsklasse S: weniger als 53 Gramm
  • Gewichtsklasse M: mittelgroßes Ei mit 53 bis 63 Gramm
  • Gewichtsklasse L: großes Ei mit 63 bis 73 Gramm
  • Gewichtsklasse XL: 73 Gramm und schwerer

Wenn in Rezepten nichts anderes angegeben ist, sind in der Regel mittelgroße Eier (Gewichtsklasse M) gemeint. Wie groß und schwer ein Ei wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Vor allem die Hühnerrasse und das Alter des Huhns spielen eine entscheidende Rolle. Junge Hühner legen kleinere Eier als alte Hühner.

Wie lange bleiben Eier frisch?

Die Frische lässt sich mit mithilfe des Legedatums überprüfen - einfach 28 Tage vom Mindesthaltbarkeitsdatum (steht auf dem Eierkarton) abziehen. Bis zu 18 Tage ab Legedatum dürfen Eier ungekühlt gelagert werden, weil sie solange über einen eigenen sogenannten Immunschutz verfügen. Waren sie einmal im Kühlschrank, ist die natürliche Schutzschicht nicht mehr intakt. Ab dem 18. Tag müssen Eier ununterbrochen gekühlt werden. Nach Ablauf der Mindesthaltbarkeit müssen Eier nicht in den Müll. Sie gehören dann aber nur noch in Speisen, die mehrere Minuten bei mindestens 70 Grad erhitzt werden.

Weitere Informationen
6 Bilder

Frische-Test für Eier

Auch wenn ein Ei noch haltbar ist, muss es nicht unbedingt frisch sein. Rainer Sass zeigt drei Küchentricks, wie sich der Frischegrad von jedem Ei bestimmen lässt Bildergalerie

Wie lange kann man Eier lagern?

Eier bewahrt man im Kühlschrank auf, am besten im Eierfach oder im Eierkarton. Das Mindesthaltbarkeitsdatum zeigt an, wie lange rohe Eier haltbar sind. Gekochte Eier sind im Kühlschrank zwei bis vier Wochen haltbar.

Wie kocht man Eier?

Damit die Schale im kochenden Wasser nicht platzt, vorher mit einer Nadel die Schale vorsichtig einstechen. So kann beim Kochen Luft aus dem Ei entweichen. Eier am besten in sprudelnd heißes Wasser geben und mindestens fünf Minuten kochen. Ein zehn Minuten lang gekochtes Ei ist schnittfest.

Wie gut sind Eier für die Gesundheit?

Unter der Schale stecken viele Nährstoffe, zum Beispiel Vitamin A (gut für die Augen) sowie die Vitamine B1 und B2 (gut für die Nerven). Für Warnungen vor dem relativ hohen Cholesterin-Gehalt von Eiern gibt es offenbar keine wissenschaftliche Grundlage.

Video
07:01 min

Eier im Test: Schmeckt Bio besser?

07.03.2016 20:15 Uhr
Markt

Schmecken teure Bio-Eier besser als günstige Eier aus Bodenhaltung? Worauf ist bei Kauf, Lagerung und Zubereitung zu achten? So gelingt das perfekte Frühstücksei. Video (07:01 min)

Braune oder weiße Schale: Woher kommt die Farbe?

Ob ein Huhn braune oder weiße Eier legt, lässt sich an der Farbe der Ohrmuschel des Huhns erkennen. Die Farbe der Eierschale ist unabhängig vom Futter, von der Farbe des Gefieders oder der Haltungsform.

Beeinflusst der Farbton des Eigelbs den Geschmack?

Viele Verbraucher wünschen sich ein kräftiges orangefarbenes Eigelb. Um das zu erreichen, mischen konventionelle Eierproduzenten häufig Farbstoffe (synthetische Carotinoide) ins Futter. Bei Bio-Eiern sind natürliche Futterzusätze wie Karotten und Mais erlaubt, die das Eigelb ebenfalls färben. Demeter-Landwirt Carsten Bauck verzichtet auf eine Manipulation der Eigelbfarbe. Das bedeutet: Im Winter ist das Eigelb eher hellgelb, im Sommer eher dunkelorange - weil die Hühner dann mehr Grünfutter fressen.

Warum schmecken einige Eier nach Fisch?

Für einen Fischgeschmack von Eiern sieht Landwirt Carsten Bauck drei mögliche Ursachen: Das Huhn ist krank oder im Futter waren Fischmehl oder Pflanzen wie Raps, die für einen fischigen Geschmack sorgen können.

Schmecken Bio-Eier besser als konventionelle Eier?

In der Stichprobe von Markt schmeckten den Teilnehmern der Straßenumfrage die Eier aus Demeter-Produktion am besten. Auf Platz zwei kamen die Eier aus Bodenhaltung, auf Platz drei die Bio-Eier vom Discounter. Die Eier aus Freilandhaltung fanden die Tester "wässrig".

Dieses Thema im Programm:

Markt | 07.03.2016 | 20:15 Uhr

Rezepte mit Eiern

Eier schmecken nicht nur zum Frühstück, sondern können in der Küche vielfältig eingesetzt werden. Rezepte für leckere süße und pikante Gerichte. mehr

Tipps: Eier gesund zubereiten

Gerührt, gekocht, gebraten: Wie sind Eier am gesündesten? Markt macht den Vergleich und gibt Tipps zum Einkauf, zur Lagerung und zur Zubereitung. mehr

Weniger als ein Cent Gewinn pro Ei

Die Eierproduktion hat sich in den letzten Jahren radikal verändert. Verbrauch und Ertrag steigen und die Landwirte verdienen immer weniger pro Ei, oft unter einem Cent. mehr