Stand: 13.01.2017 12:06 Uhr

DVB-T2 HD: Das neue Antennenfernsehen ist da

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Geräte mit diesem Logo sind für den neuen Standard DVB-T2 HD geeignet.

Fernsehen in hochauflösender HD-Qualität zu empfangen, war bislang per Antenne nicht möglich. Doch das ändert sich jetzt. In weiten Teilen Norddeutschlands hat Ende Mai 2016 der Probebetrieb von DVB-T2 HD begonnen. Hinter dem Kürzel verbirgt sich die Fortentwicklung des bisherigen digitalen Antennenfernsehens DVB-T. Wichtigste Neuerungen: Künftig werden die Programme in der besseren Bildqualität HD ausgestrahlt und es wird mehr Programme geben. Nachteile: Die bisherigen DVB-T-Empfänger müssen durch neue Geräte ersetzt werden und kommerzielle Programme gibt es nur noch gegen monatliche Zahlungen.

Ein Mann sitzt vor einem großen Flachbildfernseher

Fernsehen über DVB-T2: Tipps zum Umstieg

Markt -

Der bisherige Standard DVB-T für Fernsehen per Antenne wird am 29. März 2017 abgeschaltet. Markt gibt Tipps für den Umstieg auf den neuen Standard DVB-T2 HD.

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Der Zeitplan

Der Umstieg auf das neue DVB-T2 HD hat in einigen Ballungsgebieten mit dem Testbetrieb und sechs Programmen begonnen: Das Erste, ZDF, RTL, ProSieben, SAT.1, VOX. Im Norden sind die Großräume Kiel, Lübeck, Rostock, Schwerin, Hamburg, Bremen/Bremerhaven sowie Hannover/Braunschweig dabei. Das bisherige DVB-T funktioniert zunächst wie gewohnt weiter. Wer die sechs Programme in HD-Qualität sehen will, benötigt aber ein neues Gerät.

Am 29. März 2017 wird in den genannten Regionen und weiteren Gebieten aus dem Test der Normalfall. Statt der sechs Programme werden dann in Ballungsgebieten rund 40 in HD-Qualität ausgestrahlt, davon allein 15 öffentlich-rechtliche Programme wie NDR, Das Erste und ZDF. Mit dem alten DVB-T können Zuschauer noch für kurze Zeit drei Sender sehen: NDR, Das Erste und ZDF. Dann wird DVB-T in den genannten Regionen komplett abgeschaltet. Die übrigen Gebiete im Norden werden bis Mitte 2019 nach und nach umgestellt. Wer seine Postleitzahl eingibt, erfährt hier den ungefähren Termin für seine Region.

Künftig alles HD?

Der Empfang von DVB-T ist kostenfrei und wird aus dem Rundfunkbeitrag finanziert. Für DVB-T2 HD gilt das nicht mehr uneingeschränkt. Scharfe Bilder in HD-Qualität bieten nur die öffentlich-rechtlichen Sender ohne Zusatzkosten an. Wer kommerzielle Sender wie RTL oder SAT1 in HD sehen möchte, muss dafür 5,75 Euro pro Monat bezahlen. In der geringeren SD-Qualität gibt es die Kommerziellen nicht mehr. Nur in der Test- und einer Einführungsphase bis Ende Juni 2017 sind noch alle Programme kostenlos in HD zu empfangen.

Die neue Technik

Kurz gesagt

DVB-T = Digital Video Broadcasting-Terrestrial, digitale Video-Übertragung per Antenne
HD = High Definition, hoch aufgelöstes, "scharfes" Bild mit vielen Bildpunkten
Set-Top-Box = Zusatzgerät zum Fernseher zum Empfang von Programmen

Der Umstieg auf DVB-T2 HD erinnert an den Beginn des digitalen Antennenfernsehens. Wer den neuen Standard empfangen will, benötigt ein Zusatzgerät - eine sogenannte Set-Top-Box - oder ein neues Fernsehgerät, das die entsprechende Technik bereits eingebaut hat. Wer jetzt ein neues Gerät kauft, sollte darauf achten, dass es auch mit dem künftigen Standard arbeitet. Geräte, die dies können, tragen meist ein grünes Logo mit dem Hinweis "DVB-T2 HD". Es garantiert, dass sie nach dem Verfahren (Codec) HEVC oder H.265 arbeiten. Da dieser Standard im Zusammenspiel mit DVB-T2 international nicht verbreitet ist, gibt es Fernseher, die als tauglich für DVB-T2 angeboten werden, aber die deutsche Technik nicht umsetzen können. Tipp: ausdrücklich nach H.265 fragen.

Welche Geräte kaufen?

Info-Hotline

Der NDR informiert mit einer kostenlosen Telefon-Hotline über DVB-T2 HD: (08000) 63 70 99, täglich von 6.30 Uhr bis 23.30 Uhr.

Das Angebot an Geräten für DVB-T2 HD ist in den vergangenen Monaten deutlich gewachsen. Set-Top-Boxen bietet der Handel ab etwa 50 Euro an. Da DVB-T2-HD-Geräte unterschiedlich ausgestattet sind, müssen sich Kunden künftig vor dem Kauf genau überlegen, welche Sender sie in HD sehen möchten.

- Die einfachsten Geräte, ob Boxen oder Fernseher, können nur unverschlüsselte Programme empfangen - also keine kommerziellen Sender in HD. Die Unterstützung von Zusatzdiensten wie Teletext, Untertitel, EPG, Audiodeskription, die Umschaltung in die Regionalprogramme sowie eine Aufrüstmöglichkeit zum Empfang von verschlüsselten Programmen sind nicht garantiert.

- Geräte mit dem grünen Logo sind auch für die genannten Zusatzdienste ausgerüstet. Für den Empfang kommerzieller Sender in HD benötigen sie ein kostenpflichtiges Zusatzmodul der Plattform freenet TV, eine sogenannte Smartcard oder CI+ Modul, das rund 80 Euro kostet.

- Set-Top-Boxen, die das grüne freenet-TV-Logo tragen, haben das Zusatzmodul bereits eingebaut und können gegen eine Gebühr von 69 Euro pro Jahr alle verfügbaren Sender in HD-Qualität empfangen.

Antenne kann bleiben

Wer schon DVB-T empfängt, benötigt keine neue Antenne. Wie bisher hängt ein guter Empfang von einer gut ausgerichteten Antenne ab. In den Ballungsräumen reicht meist eine Zimmerantenne, auf dem Land wird eine Außen- oder Dachantenne benötigt. Im Probebetrieb bis Ende März wird allerdings noch nicht mit der vollen Leistung gesendet. Haushalte, die das Fernsehprogramm über einen Kabelanschluss oder eine Satellitenanlage empfangen, sind von den Änderungen nicht betroffen.

Weitere Informationen bietet die Website des Projektbüros DVB-T2 HD.

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