Stand: 30.04.2015 12:37 Uhr  | Archiv

Was steckt wirklich in Croissants?

von Saskia Engels

Knuspriger Teig und frische Butter machen viele Croissants zu einem Frühstücksgenuss. Doch nicht alle werden nach französischem Originalrezept gebacken. Welche schmecken am besten? Markt vergleicht Croissants:

  • von Aldi für 39 Cent
  • von Dat Backhus für 95 Cent
  • von der Bäckerei von Allwörden für 1,20 Euro
  • von Le Crobag für 1,29 Euro
  • von Die Pâtisserie in Hamburg für 1,40 Euro

Markt hat die Croissants in einem Labor auf schädliche Transfette untersuchen lassen und mit Passanten einen Geschmacksvergleich gemacht.

Croissants im Geschmackvsvergleich

Herstellung: Der Teig braucht Zeit

Croissants werden traditionell aus Plunderteig gemacht. Plunderteig ist so blättrig wie Blätterteig und enthält mehrere Butterschichten, wird aber mit Hefe zubereitet. Dafür wird der Hefeteig mit Butter beschichtet, mehrmals gefaltet, immer wieder ausgerollt und zwischendurch gekühlt. Echte Croissant-Bäcker bereiten den Teig schon einen Tag vor dem Backen zu, damit er genügend Ruhezeit hat. Nur dann lässt sich das Beste aus dem Croissant-Teig herausholen.

Zutaten: So viel Butter wie nötig

In einen klassischen Teig für Croissants gehören Mehl, Milch, Ei, Zucker, Hefe, ein wenig Salz und gerade so viel Butter, dass man das Croissant pur oder mit Marmelade essen kann, ohne es mit Butter zu bestreichen.

Palmöl: Billiger Ersatz für Butter

Einige Bäckereiketten verwenden statt Butter günstiges Palmöl. Das macht die Herstellung erheblich billiger. Die Zutatenliste ist oft um einiges länger. Um Zeit zu sparen, wird mit Zusatzstoffen gearbeitet, zum Beispiel Weizengluten, Weizenprotein, Enzymen und Emulgatoren. Ernährungsmediziner wie Dr. Matthias Riedl finden das problematisch: So könnten die in manchen Backwaren verwendeten Emulgatoren womöglich bei Männern die Anfälligkeit für Autoimmunkrankheiten des Darms erhöhen.

Transfette: Risiko für Herz und Kreislauf

Für den Menschen gesundheitsschädliche Transfette entstehen etwa bei der industriellen Härtung von pflanzlichen Ölen und Fetten. Transfette gelten als herz- und kreislaufschädigend. Ein dauerhafter Konsum steht im Verdacht, das Risiko für Arteriosklerose, Herzinfarkt und Schlaganfall zu erhöhen. In Dänemark gibt es deshalb einen gesetzlichen Grenzwert für Transfette in Lebensmitteln. In den von Markt untersuchten Croissants wurden vom Labor keine schädlichen Transfette gefunden.

Geschichte: Vom Kipferl zum Croissant

Ursprünglich soll das Croissant aus Österreich stammen. Dort kennt man es als Kipferl. Die österreichischen Bäcker August Zang und Ernest Schwarzer verkauften zwischen 1837 und 1839 die ersten Croissants in ihrer Wiener Bäckerei in Paris. Schon damals hatte ihre Version die typische Form, die dem Croissant seinen Namen gibt: Croissant bedeutet auf Französisch Halbmond. Das erste Rezept für blättrigen Croissant-Teig wurde 1891 veröffentlicht.

Fazit: Tester mochten nur zwei Croissants

Den Passanten in einer Fußgängerzone schmeckte das Buttercroissant von Le Crobag am besten - dicht dahinter das handwerklich hergestellte Original vom französischen Bäcker. Croissants vom Discounter und aus zwei Bäckereiketten konnten die Tester geschmacklich nicht überzeugen.

Dieses Thema im Programm:

Markt | 04.05.2015 | 20:15 Uhr