Stand: 18.07.2017 17:38 Uhr

Besserer Durchblick bei Telefontarifen

von Lena Gürtler, NDR Info Wirtschaftsredaktion

Wer einen neuen Telefonvertrag braucht, der hat die Qual der Wahl: Easy S, LTE Zwei Mini, L+Premium, Free S, Young M - das sind nur einige wenige Beispiele für Tarife. Doch was bringen die vielen Tarifmodelle und - optionen den Kunden? Maximale Verwirrung oder optimale Nutzungsanpassung?

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Zu viele und zu unübersichtliche Tarifmodelle machen die Suche nach dem passenden Handytarif nicht leicht.

Zunächst, so Mobilfunkexperte Daniel Pöhler von "Finanztip", dient das Tarif-Wirrwarr vor allem den Anbietern: "Die Anbieter wollen mit diesen ganzen Tarifen das meiste aus den Kunden herausquetschen. Bislang fehlte es allerdings bei den Handytarifen an Transparenz. Wichtige Informationen wurden zum Teil in den Fußnoten versteckt. Da den Durchblick zu behalten, ist nicht einfach."

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03:36

Mehr Klarheit im Tarifdschungel

20.07.2017 07:41 Uhr
NDR Info

Die Telekommunikations-Transparenzverordnung, die am 1. Juni 2017 in Kraft getreten ist, soll für mehr Klarheit und besseren Durchblick im Tarifdschungel sorgen. Audio (03:36 min)

Viele kleine Anbieter mischen mit

Ein bisschen leichter sei es geworden, meint der Experte, denn der Trend geht klar zur Allnet-Flatrate, sprich zum Pauschaltarif. Doch die Anzahl der verschiedenen Tarife habe das nicht gesenkt. Denn zusätzlich mischen inzwischen noch viele kleine Anbieter wie Wim-Sim, Smartmobil oder Sim.de auf dem Markt mit. Und auch bei den großen Anbietern gibt es weiter zahlreiche Tarifoptionen. Dabei geht es nicht mehr so sehr um die Kosten fürs Telefonieren, sondern ums Datenvolumen - also wie viel Gigabyte bekommt man zum Surfen und Runterladen und wie schnell ist das Internet auf dem Smartphone.

Neue Transparenzverordnung soll mehr Klarheit schaffen

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Bundesnetzagentursprecher Fiete Wulff: "Die Bundesnetzagentur hat sich genau angesehen, was Telefonanbieter versprechen und hinterher wirklich leisten."

Es bleibt also trotz Flatrate-Angeboten kompliziert und das hat Folgen für die Nutzer. Die Bundesnetzagentur hat seit 2012 genau verfolgt, was Telefonanbieter versprechen und was sie hinterher leisten, sagt Fiete Wulff, Sprecher der Bundesnetzagentur: "Dabei haben wir ein relativ umfassendes Transparenzdefizit festgestellt. Und das war der Anlass für uns, eine Transparenzverordnung auf den Weg zu bringen."

Seit dem 1. Juni 2017 gilt die Regel mit einem Scrabbel-Sieg-verdächtigen Titel: "Telekommunikations-Transparenzverordnung". Ordnung im Tarifdschungel soll vor allem ein Infoblatt schaffen. "Dieses Informationsblatt enthält Angaben über die verfügbaren Datenübertragungsraten, über Vertragslaufzeiten, über die Voraussetzungen für die Verlängerung und Kündigung eines Vertrages und über die Kosten. Kunden werden auch darüber informiert, welche Dienste Teil eines vertraglich vereinbarten Datenvolumens sind", sagt Fiete Wulff.

Mehr Kontrollmöglichkeiten für Verbraucher

Tarifsuchende können das Infoblatt im Telefonladen bekommen oder im Internet herunterladen. So sollen sie leichter vergleichen können. Außerdem muss künftig monatlich auf jeder Rechnung darauf hingewiesen werden, wann der Vertrag endet und bis wann man kündigen muss. Die Verordnung ermöglicht auch mehr Kontrolle. So können Verbraucher zum Beispiel selbst überprüfen, ob der Anbieter die versprochene Download-Geschwindigkeit wirklich bereitstellt.

Mobilfunkexperte Daniel Pöhler hält all das für hilfreiche Werkzeuge. Er weist aber auch darauf hin, dass die vielen Tarife nicht nur ein Nachteil für die Verbraucher seien: "Der aufgeklärte Verbraucher kann sich die Tarifvielfalt durchaus zu Nutze machen und sich seinen maßgeschneiderten Tarif aussuchen."

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Wirtschaft | 20.07.2017 | 10:41 Uhr

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