Stand: 22.08.2014 15:07 Uhr  | Archiv

Kratzer im Autolack entfernen - so geht's

von Niels Walker

Viele Autobesitzer kennen das: Der Lack hat einen Kratzer abbekommen. Alles Polieren und Wischen hilft nichts, der Schaden bleibt. Wer einen Kratzer professionell in der Werkstatt beheben lässt, zahlt schnell eine Menge Geld. Preiswerter sind Reparatursets, die es im Supermarkt oder in der Autowerkstatt schon für weniger als 20 Euro zu kaufen gibt. Markt macht den Praxistest:

  • Nanotec A1 Nano Kratzer Polish für 16,99 Euro
  • Nigrin Lackstift Universal Turbo für 13,99 Euro
  • Sonax Kratzerentferner Set für 15,99 Euro
  • Kratzerentfernung in der Werkstatt für rund 50 Euro

Kratzer im Autolack: Helfen Reparatursets?

Polieren hilft nur gegen flache Kratzer

Schon kleine Unachtsamkeiten können Spuren im Lack hinterlassen. So besteht Kratzergefahr beim Anlehnen an den Wagen, etwa durch einen Ehering, eine Uhr mit Metallarmband oder die Nieten einer Jeanshose. Bei oberflächlichen Kratzern hilft Polieren. Tiefe Lackschäden müssen ausgebessert werden: Der Kratzer wird vor dem Polieren mit Lack aufgefüllt. Mit zwei einfachen Tests können Sie überprüfen, wie tief ein Kratzer ist:

  • Sichttest: Wenn im Kratzer eine andere Farbe als die des Autolacks durchschimmert, hat der Kratzer die Grundierung erreicht. Polieren ist zwecklos.
  • Fingernageltest: Ist keine andere Farbe sichtbar, fühlen Sie mit einem Fingernagel vorsichtig über die zerkratzte Stelle. Bleiben der Nagel spürbar hängen, ist der Kratzer in der Regel zu tief für eine Politur.

Tipps zum Polieren

Achten Sie beim Kauf einer Politur darauf, dass Poliertücher beigelegt sind. Reinigen Sie den Lack vor der Anwendung gründlich. Sand oder Staub im Poliertuch können den Lack zusätzlich beschädigen. Wenden Sie Schleifpapier äußerst behutsam an, befeuchten Sie es am besten. Durch zu starkes Polieren kann der Lack stumpf werden. Verfärbt sich der Lack beim Polieren, ist die Farbschicht beschädigt. Dann hilft nur noch ein Besuch in der Werkstatt.

So ist Autolack aufgebaut

Moderne Metallic-Lacke bestehen aus vier Schichten: einer Grundierung, einer Füllschicht, einer Farbschicht und einer Klarlackschicht. Der Klarlack schützt die Farbe wie eine Klarsichtfolie vor der Witterung. Nur Kratzer in der Klarlackschicht lassen sich von Laien leicht entfernen. Tiefere Kratzer sind meist ein Fall für Profis. Sogenannte Uni-Lackierungen haben oft keine Klarlackschicht. Man erkennt sie daran, dass sie nicht metallisch glänzen. Hier ist bei der Anwendung von Schleifmitteln Vorsicht geboten: Bei der Anwendung werden Teile der Farbschicht entfernt.

Werkstatt: Nur mit Kostenvoranschlag

Lackierbetriebe können die meisten Kratzer entfernen, die nicht bis auf die Grundierung durchgegangen sind. Bei tieferen Kratzern hilft in der Regel nur eine komplette Neulackierung. Wichtig: Viele Betriebe rechnen nicht nach der Anzahl an Kratzern ab, sondern nach der zu polierenden Fläche. Lassen Sie sich einen Kostenvoranschlag geben.

Viele Waschstraßen bieten einen Service mit der Bezeichnung "Smartrepair" an. Dabei werden Kratzer mit Wachs aufgefüllt. Sie sind danach kaum noch zu sehen. Allerdings ist das eher ein kosmetischer Eingriff. Spätestens nach der nächsten Autowäsche ist die Wachsfüllung verschwunden und der Kratzer wieder sichtbar.

Fazit: Werkstatt-Service besser als Reparatursets

Mit den Reparatursets ließen sich Kratzer allenfalls notdürftig kaschieren. Das vergleichsweise beste Ergebnis erzielte das Sonax Kratzerentferner Set. Wer Kratzer im Autolack dauerhaft und optisch ansprechend beseitigen möchte, sollte sie für rund 50 Euro in einer Werkstatt reparieren lassen.

Dieses Thema im Programm:

Markt | 25.08.2014 | 20:15 Uhr

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