Stand: 08.08.2014 16:02 Uhr  | Archiv

Neue Wege der Abwasser-Entsorgung

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Anfang des 19. Jahrhunderts wurden die ersten Abschnitte der Hamburger Kanalisation gebaut.

Die Kanalisation ist überall in Deutschland in die Jahre gekommen - in manchen Städten wie Hamburg sind einige Kanäle schon weit mehr als hundert Jahre alt. Schätzungen zufolge sind 50 Prozent der Abwasserleitungen auf Privatgrundstücken hierzulande undicht. Zudem werden nach Expertenmeinung etwa 20 Prozent der öffentlichen Rohre in den kommenden zehn Jahren stark renovierungsbedürftig sein, und das bei einem Netz, das sich auf 561.000 Kilometer erstreckt. Für Städte, Gemeinden, aber auch die Bürger entstehen durch gesetzlich verpflichtende Dichtigkeitsprüfungen und Instandhaltungsmaßnahmen gewaltige Kosten.

Wasser wird für alle teurer werden

Gleichzeitig bemisst sich der Wasserpreis bislang noch nach dem tatsächlichen Verbrauch. Doch je mehr Wasser wir Verbraucher sparen, desto teurer wird der Kubikmeter zu entsorgendes Wasser für die Wasserwirtschaft. Das Wassersparen behindert den Transport von Feststoffen im Abwasser.

Ein neuer Wasserpreis?

Zukünftig soll es einen sogenannten Systempreis geben. Vergleichbar einer Telefon-Flatrate wäre dann die Hälfte der Wassergebühren fest. Und nur noch die restlichen fünfzig Prozent würden sich aus dem tatsächlichen Verbrauch ergeben. Wassersparen lohnt sich dann so gut wie gar nicht mehr.

Denn die Funktionsweise unserer "Schwemmkanalisation" beruht vor allem auf der Schleppkraft des Wassers. Zudem werden die Rohre zusätzlich geschädigt, wenn zu wenig Wasser fließt. Somit zieht der Preis für die Instandhaltungskosten weiter an. Deshalb denkt die Wasserwirtschaft über neue Preismodelle nach.

Dieses Thema im Programm:

45 Min | 23.02.2015 | 22:00 Uhr

Alles zur Sendung

Kostenfalle Kanalisation

23.02.2015 22:00 Uhr
45 Min

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