Stand: 15.06.2017 13:22 Uhr

Was hilft gegen die Gespinstmotte?

von Ralf Walter

In einigen Gärten sind im Frühsommer seltsame Gespinste in Bäumen und an Büschen zu sehen. Es sieht fast so aus, als hätten ganz viele Spinnen dort enge Netze in die Bäume gewebt. Es sind aber keine Spinnen, die sich in den Bäumen ausbreiten, sondern die Raupen der Gespinstmotte. Die Falter legen ihre Eier in Bäumen ab, die dort unter einer Schutzschicht überwintern. Im Frühjahr schlüpfen die Larven, sobald sich die Blätter entwickelt haben. Daraus entwickeln sich gefräßige Raupen, die die Blätter aufs Gerippe kahl fressen. Aus den Gerippen bauen die Raupen eine Behausung, um sich zu verpuppen. Daraus schlüpfen neue Falter.

Die spinnen, die Motten!

Kleine Raupen - großer Hunger

Die Raupen sind gelb-grau mit schwarzen Flecken und haben einen schwarzen Kopf. Sie sitzen in Massen in den sie schützenden Gespinsten und fressen die befallenen Bäume und Büsche teils komplett kahl. Das Ganze sieht zwar nicht schön aus, bedeutet aber nicht das Ende der Gehölze. Die Bäume erholen sich meist wieder.

Raupen absammeln oder Pflanzen zurückschneiden

Wer die Raupen frühzeitig entdeckt, sollte sie absammeln und so versuchen, das Schlimmste zu verhindern. Wenn es dafür bereits zu spät ist, die Gespinste oder gleich die ganzen betroffenen Endtriebe der Zweige abschneiden und in der Mülltonne entsorgen. Mit zugelassenen chemischen Mitteln ist zu diesem Zeitpunkt nichts mehr auszurichten, denn die Gespinste sind so fein, dass sie kaum zu durchdringen sind.

Obstbäume rechtzeitig schützen

Gespinstmotten in Apfelbäumen können kurz vor Austrieb der Blätter mit einem sogenannten Austriebspritzmittel bekämpft werden. Dafür den Baum mit Paraffinöl, das im Fachhandel erhältlich ist, besprühen. Dabei kommt es auf den richtigen Zeitpunkt an: Wird zu früh gespritzt, befinden sich die Eier noch in der Ruhephase. Wird zu spät gespritzt, kann das Öl die noch jungen Blätter schädigen. Achtung: Auch Nützlinge wie Marienkäfer oder Ohrenkneifer werden durch diese Behandlung des Baums getötet.

Der Spuk endet von selbst

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Etwa 10.000 Raupen verfüttert ein Meisenpärchen in jedem Jahr an seinen Nachwuchs.

Das "große Fressen" endet mit der Verpuppung der Raupen. Wer so gut es geht verhindern möchte, dass es in seinem Garten im nächsten Jahr erneut zu einem Befall kommt, sollte die natürlichen Feinde der Gespinstmotten fördern und das sind vor allem die Gartenvögel. Ein Meisenpaar verfüttert zum Beispiel während der Aufzucht des Nachwuchses knapp 10.000 Raupen an seine Jungen und da sind dann bestimmt auch Raupen der Gespinstmotte dabei.      

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Dieses Thema im Programm:

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