Stand: 18.11.2016 10:30 Uhr

Der Chefdirigent im Porträt

Mit seinem Einfallsreichtum, seiner musikwissenschaftlichen Entdeckerlust und seiner kompromisslosen Art des Musizierens zählt Thomas Hengelbrock zu den gefragtesten Dirigenten unserer Zeit. Seit 2011 ist er Chefdirigent des NDR Elbphilharmonie Orchesters.

Screenshot: Christian Gerhaher und Thomas Hengelbrock proben in der Laeiszhalle © NDR

Hengelbrocks Klassik: "Faust"-Szenen

Sie sei "das Schönste, was die deutsche Romantik hervorgebracht hat", schwärmt Thomas Hengelbrock von Robert Schumanns Auseinandersetzung mit dem "Faust"-Thema.

4,5 bei 10 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

Höhepunkte der Spielzeit 2014/15 waren u. a. Gastspiele im Concertgebouw Amsterdam, im Wiener Konzerthaus, die Eröffnung des Festivals "Prager Frühling" sowie eine Asien-Tournee mit Konzerten in Seoul, Bejing, Shanghai, Osaka und Tokio. Im Juni 2015 wurde auf ARTE die Fernsehsendung "Musik entdecken mit Thomas Hengelbrock" ausgestrahlt. Auf CD erschienen bislang Werke von Mendelssohn, Schumann, Dvořak, Schubert und Mahler.

International gefragter Opern- und Konzertdirigent

Auf einen Blick

Die aktuellen Hengelbrock-Konzerte

Ein Überblick über die kommenden Konzerte mit Thomas Hengelbrock. mehr

Hengelbrock ist designierter "Chef associé" des Orchestre de Paris (ab 2016) und wird als Opern- und Konzertdirigent international geschätzt. Gastdirigate führten ihn u. a. zu den Wiener und Münchner Philharmonikern, zum Symphonieorchester des BR oder Concertgebouworkest Amsterdam. Regelmäßig ist er am Teatro Real Madrid, der Opéra de Paris und dem Festspielhaus Baden-Baden zu Gast. Mit seinen Balthasar-Neumann-Ensembles sorgte er 2013 mit konzertanten Aufführungen von Wagners "Parsifal" auf authentischem Instrumentarium für Aufsehen. Bei den diesjährigen Salzburger Festspielen feierte seine gemeinsam mit Johanna Wokalek erarbeitete Neueinrichtung von Purcells "Dido and Aeneas" Premiere.

Zeitgenössische Musik und historische Aufführungspraxis

In Wilhelmshaven geboren, begann Hengelbrock seine Karriere als Violinist in Würzburg und Freiburg. Prägend für Hengelbrocks künstlerische Entwicklung waren seine Assistenztätigkeiten bei Antal Doráti, Witold Lutosławski und Mauricio Kagel, die ihn früh mit zeitgenössischer Musik in Berührung brachten. Auch seine Mitwirkung in Nikolaus Harnoncourts Concentus musicus gab ihm entscheidende Impulse. Neben der umfassenden Beschäftigung mit Musik des 19. und 20. Jahrhunderts widmete er sich intensiv der historisch informierten Aufführungspraxis und trug maßgeblich dazu bei, das Musizieren auf Originalinstrumenten dauerhaft im deutschen Konzertleben zu etablieren.

In den 1990er Jahren gründete er mit dem Balthasar-Neumann-Chor und -Ensemble Klangkörper, die zu den erfolgreichsten ihrer Art zählen. Zudem wirkte er als künstlerischer Leiter der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen, leitete das Feldkirch Festival und arbeitete als Musikdirektor an der Wiener Volksoper. Hengelbrock wurde u. a. mit dem Praetorius Musikpreis, dem Preis der Brahms-Gesellschaft Schleswig-Holstein sowie dem Herbert-von-Karajan-Musikpreis ausgezeichnet.

Weitere Informationen
02:09 min

"Stolz und glücklich, dabei sein zu dürfen"

Seit nunmehr vier Jahren ist Thomas Hengelbrock Chefdirigent des NDR Sinfonieorchesters - und sehr glücklich darüber. Hier werde nicht nur der Dienst, sondern auch das Leben geteilt. Video (02:09 min)

Hengelbrock erhält Brahms-Preis

Die Brahms-Gesellschaft Schleswig-Holstein hat Thomas Hengelbrock mit dem Brahms-Preis geehrt. Er sei ein offener Geist und ein großer Künstler unserer Zeit, begründete die Jury ihre Wahl. mehr

Karajan-Musikpreis für Hengelbrock

Thomas Hengelbrock erhält den Herbert von Karajan Musikpreis 2015/16 vom Festspielhaus Baden-Baden. Das Preisgeld will er in Stipendien für den musikalischen Nachwuchs investieren. mehr