Stand: 22.02.2016 19:15 Uhr

Wenn jede Sekunde zählt: Leben retten per Telefon

Bei Atemstillstand zählt jede Sekunde: Die Kollegen der Leitstelle Nord leisten per Telefon Hilfe zur Reanimation. Sie waren damit die erste Rettungsleitstelle in Deutschland, die es verbindlich und nach einem festgelegten Algorithmus eingeführt hat. "Der Rettungsdienst braucht in Deutschland einfach sehr lange", sagt Leitstellen-Chef Achim Hackstein. Bis zum Eintreffen eines Notarztes darf es bis zu zwölf Minuten dauern. Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand blieben aber nur drei Minuten, sagt Hackstein, anderenfalls drohten unumkehrbare Hirnschäden. Oft geht es auch um Leben und Tod. Deshalb leiten die Mitarbeiter in Harrislee die Ersthelfer vor Ort an, durch gezieltes Drücken auf den Brustkorb einen "Minimalkreislauf" sicherzustellen.

Viele erfolgreiche Reanimationen

Vor fünf Jahren war es Hackstein gelungen, die Krankenkassen zu überzeugen, die Mehrkosten für diese Arbeit zu tragen. Seitdem versuchen seine Mitarbeiter, durch ihre telefonische Hilfe Patienten vor dem Schlimmsten zu bewahren. Mittlerweile hat es 1.200 solcher Fälle gegeben - und die Erfolgsquote ist beachtlich: Laut einer wissenschaftlichen Auswertung für das Jahr 2011 konnten bei jedem zweiten Patienten bleibende Gehirnschäden verhindert werden. Das Harrisleer Modell stößt inzwischen deutschlandweit auf großes Interesse: Hackstein ist oft unterwegs, um andere Leitstellen zu beraten, die ähnlich arbeiten wollen.

Jeden Tag hundertfach im Einsatz

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 22.02.2016 | 12:00 Uhr