Stand: 08.11.2017 20:32 Uhr

Umwelthilfe will Umweltministerium verklagen

von Kevin Bieler

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hatte schon damit gedroht - jetzt sollen Taten folgen: In den kommenden Wochen will die nicht-staatliche Organisation Klage beim Verwaltungsgericht Schleswig gegen das Umweltministerium in Kiel einreichen. In der Landeshauptstadt Kiel sei keine Verbesserung der Stickoxidwerte festgestellt worden, sagte Jürgen Resch, Geschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe NDR 1 Welle Nord. Das Umweltministerium ist für die Luftreinhaltung zuständig.

Bisherige Maßnahmen reichen der DUH nicht

Zwar habe man versucht, durch eine geänderte Verkehrsführung Lösungen zu finden. Auch Lkw-Sperrungen in der Bahnhofstraße gehörten dazu. Das sei gut, reiche aber nicht aus, sagte Resch weiter. Das zeigten die Messwerte. Gerade an Brennpunkten wie dem Theodor-Heuss-Ring seien sie 2016 sogar noch einmal schlechter geworden als 2012. Bei rund 65 Mikrogramm pro Kubikmeter liege der Stickoxid-Belastung dort. 40 Mikrogramm sind die Grenze. Die Umwelthilfe findet das alarmierend.

Diesel-Fahrverbote gefordert

"In Kiel sehe ich kurzfristig eigentlich keinen anderen Weg, als sehr weitgehend den Dieselverkehr auszusperren", sagte Resch. Parallel dazu sollte die Stadt zum Beispiel ihre Busse nachrüsten, um Abgase zu reduzieren. Er forderte die Landesregierung auf, nun schnell Maßnahmen zu treffen, um den Stickoxidausstoß zu verringern. "Je früher man damit beginnt, desto weniger drastisch sind die Maßnahmen", meinte Resch.

Im Ministerium will man die gesetzlich festgelegten Grenzwerte einhalten. Mit einem Luftreinhalteplan für Kiel könne aber erst im Januar oder Februar 2018 gerechnet werden, sagte eine Ministeriumssprecherin. Aus dem Kieler Rathaus gab es zu der angedrohten Klage noch keine Stellungnahme.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 08.11.2017 | 21:00 Uhr

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