Stand: 10.02.2016 06:00 Uhr

Suchmannschaft entdeckt verunglückten Kutter

Jetzt ist es sicher: Das Wrack der "Condor" liegt in der Ostsee, etwa drei Seemeilen östlich vor Fehmarn in 22 Metern Tiefe. Taucher der Polizei identifizierten das verunglückte Boot am Mittwoch. Fotos von dem Einsatz will die Polizei vorerst nicht veröffentlichen. Die Beamten sollen nun bei weiteren Tauchgängen den Zustand des Fischkutters untersuchen. So hoffen die Ermittler Rückschlüsse auf die Unglücksursache ziehen zu können. Das 16 Meter lange Boot war am Sonnabend gesunken, wenig später wurden die Leichen der beiden Fischer gefunden.

Der Untergang der "Condor"

Experten erstellten Driftmodell

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) hatte ermittelt, dass der Kutter an dieser Stelle liegt. Um das Wrack exakt zu lokalisieren, nutzten die BSH-Mitarbeiter gestern ihr Spezialschiff "Deneb". Zuvor hatten sie unter anderem ein Driftmodell erstellt. Das ist eine Berechnung, die unter anderem Strömungs- und Windverhältnisse berücksichtigt. Ausgangspunkt dafür war die letzte bekannte Position des Schiffes auf Radaraufzeichnungen. Die Daten des sogenannten Automatic Identification Systems (AIS) halfen den Ermittlern nicht weiter. Die letzte bekannte AIS-Position der "Condor" ist der Hafen von Burgstaaken am 21. Januar. Danach war das Gerät an Bord offenbar ausgeschaltet.

Kein automatisches Notsignal gesendet

Noch wissen die Ermittler nicht, warum der Kutter sank. Es herrschte am Unglückstag kein Unwetter. Außerdem wurde er regelmäßig gewartet und von Experten überprüft. Beide Männer an Bord waren erfahrene Seeleute. Seltsam auch: Es wurde kein automatisches Notsignal abgesetzt. "Die Insel befindet sich in einer Art Schockstarre", sagte Fehmarns Bürgermeister Jörg Weber im Interview mit NDR 1 Welle Nord. Beide Fischer wohnten in Burg, dem zentralen Ort der Stadt Fehmarn, und waren dort sehr bekannt.

Groß angelegte Suche mit dänischer Hilfe

Die Seenotretter waren am Sonnabend gegen 18 Uhr alarmiert worden, weil der Fischkutter überfällig war. Die Seenotleitung in Bremen leitete daraufhin eine groß angelegte Suche ein. Daran beteiligten sich die beiden Rettungskreuzer "Bremen" und "Hans Hackmaack", ein Seaking-Hubschrauber der Marine, zwei Polizeiboote und fünf Fischkutter. Hilfe gab es auch von dänischer Seite - mit dem Seenotkreuzer "L.W. Dam" aus Gedser, einem Boot der dänischen Marine sowie einem Rettungshubschrauber.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 10.02.2016 | 17:00 Uhr