Stand: 18.07.2017 13:54 Uhr

Rums! Neuer Zwischenfall mit der MS "Mosvik"

Der Holzfrachter "Mosvik" scheint vom Pech verfolgt. Erst war das Schiff am Freitag auf der Kieler Förde in extreme Schieflage geraten - die Ladung verrutschte, Holzpakete fielen ins Wasser. Das Ganze ging glimpflich aus. Die "Mosvik konnte wieder aufgerichtet werden und noch am Abend aus eigener Kraft den Ostuferhafen ansteuern. Nun aber berichtet die Polizei von einem neuen Zwischenfall. Demnach stieß der Frachter am Montagabend im Ostuferhafen gegen eine Laderampe - vermutlich wegen eines weiteren technischen Defektes.

Frachtschiff "Mosvik"hat wieder ein Problem

Umschalten auf Rückwärts klappte nicht

Wie die Beamten mitteilten, sollte die Decksladung des Frachters, die Holzpakete, neu positioniert werden. Da der Kran am Liegeplatz dazu aber nicht geeignet war, sollte das 82 Meter lange Schiff mit eigenem Antrieb auf die andere Seite des Hafenbeckens wechseln. Dort angekommen, versuchte der Kapitän, aufzustoppen, indem er den Rückwärtsgang einlegte. Doch vermutlich wegen eines erneuten technischen Defektes gelang es nicht, die Maschine umzuschalten.

"Nicht unerheblicher Schaden"

Die Maschine fuhr deshalb mit etwa 1,5 bis 2 Knoten - das entspricht 2,8 km/h bis 3,7 km/h - gegen eine Laderampe. Die Polizei spricht von einem "nicht unerheblichen Schaden", der noch nicht beziffert werden könne. Verletzt wurde niemand. Jetzt ermittelt die Wasserschutzpolizei.

Schiff drohte zu kentern

Bei der Havarie am Freitag hatte die "Mosvik" nach Angaben von Lotsen bis zu 36 Grad Schlagseite. Die Ladung verrutschte. Etwa 60 bis 80 schwere Holzpakete fielen laut Havariekommando ins Wasser. Die Polizei, das Wasser- und Schifffahrtsamt und die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) waren mit mehreren Schiffen vor Ort. Die Schleusen am Nord-Ostsee-Kanal (NOK) wurden zeitweise gesperrt, damit das herumtreibende Holz eingesammelt werden konnte.

Ein Lotse sagte NDR 1 Welle Nord, die "Mosvik" sei auf dem Weg zum Nord-Ostsee-Kanal gewesen. Um den Tiefgang zu verringern, soll die Besatzung zuvor Ballastwassertanks entleert haben. "Das Schiff geriet zuerst Steuerbord auf Schlagseite. Das sah schon einmal ganz arg aus." Kurz vor der Schleuseneinfahrt bekam das Schiff nach seinen Angaben dann auf der anderen Seite Schlagseite: "Es wurde dann so schlimm, dass die Crew damit begonnen hat, Ladung von Deck rutschen zu lassen. Ansonsten wäre es gekentert." Wie genau es zu der Havarie gekommen ist, konnte eine Sprecherin des Havariekommandos Cuxhaven bislang nicht sagen. Die "Mosvik", die unter der Flagge von Antigua und Barbuda fährt, war ursprünglich auf dem Weg von Lettland nach England.

Weitere Informationen

Holzfrachter nach Havarie wieder aufgerichtet

In der Kieler Förde ist der Holzfrachter "Mosvik" in Schieflage geraten und drohte zu kentern. Ein Teil der Ladung rutschte ins Wasser. Inzwischen liegt das Schiff am Kai. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 18.07.2017 | 15:00 Uhr

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