Stand: 30.03.2016 14:45 Uhr

Notfall-Medizin: Nicht an Symptomen herumdoktern

Bild vergrößern
Michael Frömter kommentiert die angedachten Änderungungen bei der ärztlichen Versorgung am Abend und am Wochenende.

Die Klage über zu viele Patienten in den Notfall-Ambulanzen der Krankenhäuser - sie verdeutlicht mal wieder, dass das Gesundheitssystem in Deutschland immer maroder wird. Und wie meist in der Medizin soll mal wieder das Symptom und nicht die Ursache behandelt werden. Gleichermaßen wollen Kliniken und niedergelassene Ärzte verhindern, dass Patienten abends oder am Wochenende lieber eine Notfallambulanz aufsuchen. Mit Hilfe sogenannter Portalpraxen sollen die Kranken quasi vorsortiert und dann dem entsprechenden Arzt zugewiesen werden.

Verhalten der Patienten kein Wunder

An der Misere ändert das nichts: Trotz aller Bemühungen müssen Kassenpatienten weiterhin wochenlang auf einen Facharzttermin warten, aufwendigere Untersuchungen beim Hausarzt sind nicht drin, weil das jeweilige Budget oft ausgeschöpft ist. Kein Wunder also, dass Patienten in die Ambulanzen der Krankenhäuser strömen.

Finanzierung muss geändert werden

Den Verantwortlichen ist das natürlich ein Dorn im Auge, geht es doch mal wieder ums Geld: Kliniken und niedergelassene Ärzte werden aus unterschiedlichen Töpfen der Kassen finanziert: Für eine ambulante Behandlung im Krankenhaus bekommt die Klinik im Zweifel kein Geld. Da die Kosten im Gesundheitswesen weiter steigen werden, ist es an der Zeit, diese Trennung von ambulanter und stationärer Behandlung aufzuheben.

Weitere Informationen

Hausarzt im Krankenhaus - bislang nur zu Randzeiten

In Schleswig-Holstein gibt es bereits etwa 30 sogenannte Anlaufpraxen in Kliniken. Dort arbeiten Hausärzte außerhalb der üblichen Öffnungszeiten. Das Angebot soll weiter ausgebaut werden. mehr

Mit Schnupfen in die Notaufnahme

Immer mehr Patienten kommen mit leichten Erkrankungen in die Notaufnahmen. Die Krankenhäuser sind überlastet. Kliniken und Politik wollen die Versorgung neu organisieren. mehr

48 KB

Öffnungszeiten der Anlaufpraxen (pdf)

Hier finden Sie die Öffnungszeiten aller 30 Anlaufpraxen, die es in Schleswig-Holstein gibt. Download (48 KB)

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 30.03.2016 | 17:00 Uhr