Stand: 26.07.2017 21:52 Uhr

Mehr Personal und mehr Züge für Sylt-Pendler

Seit viereinhalb Wochen ist der neue Verkehrs- und Wirtschaftsminister von Schleswig-Holstein Bernd Buchholz (FDP) im Amt. Bei einem Besuch auf Sylt hat er sich am Mittwoch ein eigenes Bild von den anhaltenden Problemen bei der Marschbahn zwischen Hamburg und Sylt gemacht. Mit dabei waren auch Vertreter von Unternehmen, Politik, Bahn und Pendler. Ihnen stellte der Minister weitere Verbesserungen in Aussicht. "Der Frust bei einigen auf der Insel ist schon gewaltig. Das kann ich auch verstehen", sagte Buchholz. "Diese Insel hat für den Tourismus in Schleswig-Holstein eine riesengroße Bedeutung."

Mehr Geld für Personal und zusätzliche Züge

Nach Angaben des Ministeriums sind mehr als 25 Prozent der Züge unpünktlich, 4,5 Prozent fallen aus. Das sei auf Dauer zweifellos nicht akzeptabel, sagte Buchholz. Eine weitere Entschädigung, wie von den Pendlern gefordert, gibt es vom neuen Minister jedoch nicht.

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Das Land stellt 100.000 Euro für mehr Service- und Informationspersonal an einigen Bahnsteigen und in den Zügen zur Verfügung. "Das Personal wird bereits ab dem Wochenende in Hamburg-Altona auf dem Bahnhof sowie in den Zügen eingesetzt. Für die Stationen in Husum, Niebüll und Klanxbüll sollen in Kürze ebenfalls je zwei zusätzliche Servicekräfte als Reiselenker eingesetzt werden", heißt es vom Ministerium. Außerdem zahlt das Land 130.000 Euro dafür, dass der Zug um 15.52 Uhr ab Westerland weiter bis nach Bredstedt und nicht nur bis Niebüll fährt. 

Werden Fernverkehrszüge freigeben?

Der Verkehrsminister will zudem weitere Möglichkeiten prüfen, die Pendler zu entlasten, etwa die Freigabe zusätzlicher Inter-City-Züge und des Sylt Shuttle Plus. "Allen Beteiligten ist klar, dass wir damit zwar Linderung, aber noch nicht die Lösung des Problems schaffen", sagte Buchholz. Er sei zudem offen für Vorschläge der Pendler. Deren Vertreter hatten das Gespräch am Mittwoch sehr positiv aufgenommen. Es sei das beste bisher gewesen, sagte einer von ihnen.

Derzeit sind nach Angaben der Servicegesellschaft NAH.SH wieder acht Wagenparks und damit gut die Hälfte der Waggons im Einsatz. Die vollständige Flotte von 90 Waggons stehe absehbar erst Ende Oktober bis Mitte November wieder zur Verfügung.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 26.07.2017 | 22:00 Uhr

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