Stand: 20.10.2017 23:04 Uhr

Wildschwein-Jagd in Heide ist zu Ende

Zwei aggressive Wildschweine haben am Freitag mitten in der Innenstadt von Heide mehrere Menschen angegriffen und verletzt. Zwischenzeitlich herrschte regelrechte Panik in Dithmarschens Kreisstadt. Die Polizei warnte Autofahrer davor, ihre Wagen zu verlassen. Passanten und Anwohner sollten in Häusern und Geschäften bleiben, beziehungsweise die Innenstadt meiden. Nach mehreren Stunden erschoss ein Jäger eines der Tiere. Das zweite ist auf der Flucht. Die Polizei gab dennoch Entwarnung. Die Beamten vermuten, dass sich das zweite Wildschwein inzwischen außerhalb des Stadtgebietes befindet. "Ich hätte niemals gedacht, dass wir einmal eine solche Gefahrenlage haben würden", sagte Heides Bürgermeister Ulf Stecher (CDU) nach aufregenden Stunden.

Erschossenes Wildschwein.

Wildschweine versetzen Heide in Ausnahmezustand

Schleswig-Holstein Magazin -

Zwei aggressive Wildschweine sorgten in der Heider Innenstadt für zahlreiche Schäden und verletzten vier Menschen. Eines der Tiere wurde erschossen, das zweite flüchtete.

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Dramatische Szenen in der Sparkasse

Auf den Heider Marktplatz führen viele Straßen. Wie genau die Tiere in die Innenstadt gelangen konnten, ist bislang jedoch nicht genau geklärt. Augenzeugen zeigten sich "völlig fassungslos", wie aggressiv der Tiere waren. Sie seien "wie aus dem Nichts" gekommen. Im Gebäude der Sparkasse spielten sich dramatische Szenen ab, nachdem dort ein Keiler eingedrungen war. Kunden und Mitarbeiter versuchten sich in Sicherheit zu bringen. Der Filialleiter erlitt laut Bürgermeister Stecher Verletzungen an den Beinen. Eine weitere verletzte Person verlor ein Fingerglied. Schließlich wurden die Menschen in dem Gebäude über Fenster aus dem Gebäude geholt.

Wildschwein "prügelt Kunden raus"

Nach Angaben des Rettungsdienstes wurden insgesamt vier Menschen "leicht bis mittelschwer" verletzt. Sie hätten Bisswunden davongetragen, so ein Sprecher. Eine Augenzeugin sprach von einer am Boden liegenden, schreienden Frau, deren Hose zerrissen worden sei. Die Verkäuferin einer Bäckerei berichtete NDR 1 Welle Nord, dass eines der Wildschweine einen Gast regelrecht "aus dem Laden rausgeprügelt" habe. In einem Optikerladen durchbrach eines der Tiere eine Tür aus Sicherheitsglas. Auch mehrere Autos wurden beschädigt. Die Fußgängerzone rund um den Südermarkt war stundenlang gesperrt.

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Waffen der Polizisten zu großkalibrig

In der Sparkasse konnten mehrere Polizisten - auch mithilfe ihrer Einsatzfahrzeuge - schließlich eines der Wildschweine im Vorraum festsetzen. Nach etwa anderthalb Stunden erschoss ein Jäger das Tier aus einem Polizeifahrzeug heraus. Nach Angaben von Bürgermeister Stecher waren die Waffen der anwesenden Polizisten zu großkalibrig gewesen - und ein Schuss mitten in der Innenstadt damit zu gefährlich für Umstehende.

Laut Jäger handelte es sich bei dem getöteten Tier um einen 70 Kilogramm schweren, sogenannten bunten Keiler. Das etwa zwei Jahre alte Wildschwein könnte möglicherweise im Zuge der Maisernte aus einem Feld aufgescheucht worden sein.

Polizei: Bevölkerung soll wachsam bleiben

Das noch lebende weibliche Wildschwein flüchtete laut Polizei Richtung Stadtbrücke. In einer großen Pfütze in Sichtweite des Heider NDR Studios nahm das Tier ein Bad. Es sei zuletzt in der Waldschlößchenstraße und am Wasserturm gesichtet worden. Die Bevölkerung solle nach wie vor wachsam bleiben, so eine Polizeisprecherin. Die Beamten warnten davor, sich Wildschweinen zu nähern, wenn diese in die Stadt kommen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 20.10.2017 | 17:00 Uhr

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