Stand: 22.08.2017 14:21 Uhr

Habeck fordert von Bauern mehr Kulturvielfalt

Eine Erntebilanz wollte der Landwirtschaftsminister auf einem Hof in Gremmerup (Kreis Schleswig-Flensburg) vorstellen. Statt einer perfekten Fotokulisse mit ratternden Landmaschinen und vollen Speichern, zeigte der Hof aber, wie es gerade wirklich um die Ernte im Land bestellt ist. Denn erst die Hälfte des Weizens ist bisher geernet, die Maschinen blieben in Gremmerup im Schuppen, weil die Felder zu nass sind. Grund sind die Wetterkapriolen mit starkem Regen. Nach einem weitgehend guten Jahresbeginn musste die Prognose jetzt nach unten korrigiert werden. Aussichten, wie es landesweit um das Korn steht, sind an diesem Tag schwierig, sagen Ministerium, Landwirtschaftskammer und Bauernverband. Und doch rechne man mit einem leichten Plus im Vergleich zum Vorjahr.

Weniger Raps ab 2018?

Im Gegensatz zum Weizen sei der Raps schon eingefahren. Doch dieser Umstand allein ist kein Grund für Euphorie: Auch wenn das Ergebnis besser ausfällt als 2016 - es ist das zweite schlechte Jahr in Folge. Außerdem drängt die Zeit: Die neue Saat muss in den Boden - 2018 soll weniger Raps angebaut werden.

"Raps-Weizen-Gerste" reicht nicht mehr

Ein Rezept gegen Regen hatte keiner der Experten in Gremmerup. "Es kann helfen, wenn Landwirte neue Kulturen ausprobieren", sagte Minister Robert Habeck (Grüne). "Das hilft natürlich nicht gegen katastrophal schlechtes Wetter, aber verschiedene Erntetermine für verschiedene Feldfrüchte gibt eben die theoretische Möglichkeit, dass man insgesamt stabile Erträge und eine breitere Möglichkeit des Einkommens hat", so Habeck. Außerdem sollten Landwirte ihr Getreide stärker regional vermarkten. Damit könnten sie sich etwas unabhängiger vom schwankenden Weltmarkt machen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | 22.08.2017 | 12:00 Uhr

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