Stand: 28.09.2015 20:51 Uhr

Gewalt unter Flüchtlingen? "Das sind Einzelfälle"

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Innenminister Stefan Studt spricht sich gegen eine getrennte Unterbringung von Christen und Muslimen in Erstaufnahmen aus.

Nach der Massenschlägerei in einer Notunterkunft für Flüchtlinge in Hessen sind auch in Schleswig-Holstein einige Zwischenfälle bekannt geworden. Nach Angaben der Landespolizei kam es in den Erstaufnahmen im Land in den vergangenen zwei Wochen zu 17 Körperverletzungen. Polizeisprecher Bernd Olbrich schätzt diese Zahl angesichts der vielen Menschen, die dort auf engstem Raum leben, allerdings als gering ein. Die Erstaufnahme in Neumünster beispielsweise ist für 2.000 Menschen ausgelegt - etwa 3.600 sind es momentan. Von dort kam auch die Meldung des jüngsten Vorfalls: Flüchtlinge sollen sich bei der Essensausgabe mit Tassen beworfen haben.

Spontane Auseinandersetzungen - zum Beispiel beim Essen

"Das sind wirklich Einzelfälle", sagte Polizeisprecher Olbrich. Sie seien "nicht strukturell bedingt zwischen Nationalitäten, Ethnien oder Religionszugehörigkeiten". In einigen Fällen sei es spontan zu Streitigkeiten gekommen - zum Beispiel bei der Essensausgabe in Neumünster. Die Gewerkschaft der Polizei hatte sich für eine getrennte Unterbringung von Christen und Muslimen in Asylbewerberunterkünften ausgesprochen. Innenminister Stefan Studt (SPD) sieht die Ursache für Gewalt in den Erstaufnahmen jedoch nicht in ethnischen Konflikten - und verweist stattdessen auf die Überbelegung der Einrichtungen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 28.09.2015 | 22:00 Uhr