Stand: 20.02.2016 15:26 Uhr

Geduldsprobe für russische Trucker in Kiel

Im Kieler Ostuferhafen wird es eng. Seit Tagen kommen immer mehr russische Lkw in den Hafen. Nach Angaben des Seehafens Kiel warten aktuell rund 100 Lastwagen auf eine Passage. Anfang Februar hatte Polen die Grenzen für die Fahrzeuge geschlossen. Hintergrund sind Streitigkeiten zwischen Polen und Russland über ein neues Transitabkommen für Lkw.

Tagelanges Warten im Kieler Ostuferhafen

Weil neben Polen auch die Ukraine keine russischen Lastwagen durchs Land lässt, bleibt den Fahrern derzeit nur der Weg über die Ostsee. Eine Alternative bieten deshalb die Fähren von Kiel und Lübeck-Travemünde nach Russland oder ins Baltikum. Hunderte warten derzeit auf eine Passage.

Reedereien erhöhen Kapazitäten

In Kiel hat die Reederei DFDS bereits reagiert: Statt sechs gibt es nun eine zusätzliche siebte Abfahrt am Sonntag. Die Schiffe haben laut Reederei ihre Reisegeschwindigkeit erhöht, außerdem wurde das RoRo-Schiff "Optima Seaways" durch die größere "Athena Seaways" ersetzt. Die Kapazität konnte so um gut 30 Prozent erhöht werden. Auch in Lübeck-Travemünde wollen russische Lkw auf eine Fähre Richtung Osten. Die Route nach Lettland ist momentan ausgebucht. Polen und Russland wollen am Wochenende je 20.000 neue Transitgenehmigungen erteilen, die bis zum 15. April gültig sind. So soll der Konflikt entschärft werden.