Stand: 21.09.2017 11:49 Uhr

Frist abgelaufen: In Kiel herrscht dicke Luft

In Kiel herrscht dicke Luft. Vor genau vier Wochen hat die Deutsche Umwelthilfe 45 Städte aufgefordert, etwas gegen die hohe Strickoxidbelastung zu tun, darunter auch Kiel und Norderstedt. Die Frist ist inzwischen abgelaufen, doch beide Städte haben sich bisher noch nicht gemeldet. Derweil arbeitet Kiel noch an einem Luftreinhalteplan. Doch eine Klage könnte drohen.

Luftreinhalteplan erst im neuen Jahr

Laut einer Sprecherin des Umweltministeriums könnte der Luftreinhalteplan für die Stadt frühestens Anfang kommenden Jahres vorgelegt werden - das ist deutlich über der eingeräumten Frist von vier Wochen. Und in Kiel herrscht Handlungsbedarf. So wurde beispielsweise am Theodor-Heuss-Ring eine Belastung von 65 Mikrogramm gemessen. Der Grenzwert für Stickstoff-Dioxid liegt normalerweise im Jahresmittel bei 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft.

Neuer Asphalt und E-Busse gegen dicke Luft

Um dem entgegenzuwirken, will die Stadt unter anderem speziellen Asphalt einsetzen, der die Stickoxide aus Abgasen bindet. Zudem befinde sich die Flotte der Kieler Verkehrsgesellschaft aktuell im Umbruch. In den kommenden Jahren werde man im Öffentlichen Nahverkehr zunehmend Hybrid- und Elektrofahrzeuge einsetzen. Außerdem wolle man Kiel zur "Modellregion Elektromobilität" machen, Fahrzeuge von Stadtwerken und Stadtverwaltung sollten zukünftig häufiger einen E-Motor haben, so Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) vor vier Wochen.

Spielt Kiel nur auf Zeit?

Sollte sich die Landeshauptstadt jedoch nicht ernsthaft um eine Besserung bemühen, will die Deutsche Umwelthilfe klagen. "Wenn es eine ernsthafte Beschäftigung ist, sehen wir durchaus eine Möglichkeit, dass man eine leichte Fristverlängerung gibt. Wenn wir allerdings den Eindruck gewinnen sollten, dass hier nur auf Zeit gespielt wird, dann kann es dazu führen, dass wir auch relativ zeitnah entscheiden. Aber wir werden uns auf jeden Fall Städte wie Kiel, die besonders stark überschreiten, zuerst vornehmen", sagt Geschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe Jürgen Resch. In Kürze will sich die Umwelthilfe, die nicht-staatliche Umwelt- und Verbraucherorganisation, mit Kiel in Verbindung setzen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 21.09.2017 | 07:00 Uhr

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