Stand: 01.02.2016 14:13 Uhr

Neues vom "Unheimlichen Mönch"

von Thomas Hans

Vor mehr als 50 Jahren diente unter anderem das Schloss Hastenbeck vor den Toren Hamelns als Drehort für den Kult-Krimi "Der unheimliche Mönch". Der Streifen ist wohl der bekannteste in Hameln gedrehte Kinofilm und der letzte Schwarz-Weiß-Krimi der Edgar-Wallace-Reihe. Das Schloss wurde im Herbst 1965 zum heimlichen Hauptdarsteller, heißt es vom Hamelner Museumsverein heute. Der ehemalige Hamelner Museumspädagoge Kai Gurski hat dem Krimi jetzt ein eigenes Buch gewidmet. Der Titel: "Der unheimliche Mönch auf Schloss Hastenbeck".

"Schloss mit gotischem Horrorcharme"

Blick hinter die Kulissen

Gurski beschäftigt sich in dem Buch mit der Kino-Kultur der 1960er-Jahre. Außerdem geht er der Frage nach, wie es damals hinter den Kulissen am Filmset des "Unheimlichen Mönchs" ausgesehen hat und was dort genau passiert ist. So gibt es teils noch nie veröffentlichte Fotos von den Dreharbeiten am Schloss Hastenbeck zu sehen."Auch einige Privatleute waren mitsamt ihren Fotokameras auf dem Gelände", sagt Gurski. Außerdem kommen in dem Buch auch Schauspieler und andere Mitwirkende der Filmproduktion zu Wort. Das ermögliche einen unmittelbaren Einblick in die Entstehung des Kult-Thrillers, sagt Gurski. "Der unheimliche Mönch" sei wohl der erfolgreichste Film aus der Wallace-Reihe. Der damalige Drehort habe außerdem bis heute nichts von seinem Charme verloren. Es sei noch immer vorstellbar, dass der Mönch plötzlich aus dem Nichts auftauche, so der 39-Jährige, der aktuell als Kunstlehrer in Hildesheim arbeitet, weiter.

Streit um das Erbe ist Augangspunkt des Films

Karin Dor spielte damals die Rolle der Gwendolin, Harald Leipnitz war Inspektor Bratt, Siegfried Lowitz Sir Richard. Auch Dunja Reiter war in einer Nebenrolle zu sehen, Uschi Glas hatte quasi ihr Filmdebüt. Der Inhalt des "Unheimlichen Mönchs": Während der Schlossherr von Darkwood noch mit dem Tode ringt, streitet die Familie schon um das Erbe. Der Schlossherr ändert noch schnell sein Testament. Die Tochter soll das Mädchenpensionat im Schloss weiterführen. Die Enkelin Gwendolin erbt das gesamte Vermögen. Die beiden Söhne bekommen nichts. Plötzlich verschwinden Mädchen, eine vermummte Mönchsgestalt geistert durch den Schlosspark und mit einer Peitsche strangulierte Tote werden gefunden. Scotland-Yard-Inspektor Bratt nimmt die Ermittlungen auf. Er versucht, die mysteriösen Fälle im Schloss aufzuklären. Bei dem Film haben auch zahlreiche Anwohner als Statisten mitgemacht. Unter anderem sind in "Der unheimliche Mönch" Mädchen aus dem hiesigen Gymnasium zu sehen. Männer aus der Umgebung wurden damals in britische Uniformen gesteckt. Sie waren nach den mysteriösen Vorfällen auf Schloss Darkwood für die Spurensicherung zuständig.

Buchautor Kai Gurski steht vor dem Hamelner Schloss Hastenbeck. © NDR Fotograf: Thomas Hans

"Uschi Glas hat hier ihre Karriere begonnen"

In den 1960er-Jahren ist Schloss Hastenbeck berühmt worden. Das Gebäude diente als Kulisse für den Edgar-Wallace-Film "Der unheimliche Mönch".

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Das Schloss als Filmkulisse

Der heutige neugotische rote Sandstein-Schlossbau stammt aus dem Jahr 1869. Das zweiflügelige Gebäude hat hohe, steile Dächer und tiefe Fenster, der mittig gelegene Turmbau enthält das für das Schloss charakteristische Rundfester. Das Schloss wird aktuell bewohnt und ist privat vermietet, der Zutritt nicht gestattet. "Damals haben sich die Anwohner nur vereinzelt für die Dreharbeiten interessiert", berichtet Gurski. Im Nachhinein sei man dann aber auf den fertigen Film sehr stolz gewesen."Die Besucherzahlen bei der Filmvorführung waren außergewöhnlich gut", so Gurski weiter. Die Filmcrew habe darüber hinaus die Anwohner für ihre kooperative Mitwirkung gelobt. So hat die Feuerwehr damals für einen künstlichen Regenschauer gesorgt, das Rote Kreuz hatte Sanitäter für die Dreharbeiten zur Verfügung gestellt. "Alle Beteiligten haben sich hier einfach wohlgefühlt", sagt Gurski. Schließlich hätten sie auf Schloss Hastenbeck in Ruhe arbeiten können. An anderen Drehorten seien die Schauspieler oft belagert worden und zum Beispiel in Hotels oder Kneipen auch gerne gesondert zur Kasse gebeten worden.

Sonderpublikation des Hamelner Museumsvereins

Infos zum Buch

Der unheimliche Mönch auf Schloss Hastenbeck - Die Entstehung des Edgar-Wallace-Klassikers in Hameln im Jahr 1965
190 Seiten
Autor: Kai Gurski
Verlag: Museumsverein Hameln
ISBN: 978-3-9817841-0-7
Preis: 8,95 €

"Der unheimliche Mönch auf Schloss Hastenbeck" zeigt zahlreiche Farb- und Schwarz-Weiß-Illustrationen. Das Buch ist im Buchhandel und dem Hamelner Museum erhältlich. "Der unheimliche Mönch" ist eine Sonderpublikation des Hamelner Museumsvereins, gefördert von der Gerhard-Pieper-Stiftung und der Emmi-Stallmann-Stifung. Das Buch dient auch als Begleitband zur aktuellen Sonderausstellung "Film ab! Kinoträume im Weserbergland".

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