Stand: 15.02.2017 16:56 Uhr

Wolgast: "Portalpraxisklinik" statt Kinderstation

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Am Kreiskrankenhaus Wolgast soll es von Juni an eine "Portalpraxisklinik" für Kinder und Jugendliche geben. (Archivbild)

Vom 1. Juni an soll es am Kreiskrankenhaus in Wolgast (Landkreis Vorpommern-Greifswald) wieder eine klinische Versorgung von Kindern geben. Wie Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) nach einem Gespräch mit der Bürgerinitiative am Mittwoch sagte, werden Kinder und Jugendliche dann in einer "Portalpraxisklinik" behandelt. Mit zehn Betten könne so eine 24-Stunden-Versorgung möglich gemacht werden, so Glawe. Nach der Aufnahme der Patienten werde dann entschieden, ob sie in Wolgast bleiben, nach Greifswald müssen oder zurück zum Hausarzt überwiesen werden können.

Bürgerinitiative zufrieden mit Kompromiss

Rund eine Stunde hatte der Gesundheitsminister am Mittwoch unter Ausschluss der Öffentlichkeit in Wolgast seine Pläne der Wolgaster Bürgerinitiative vorgestellt. Vertreter der Initiative, die gegen die Schließung der Stationen unter anderem Unterschriften gesammelt hatte, zeigten sich positiv überrascht und sichtlich erleichtert. Viele Forderungen seien in dem vorgestellten Konzept berücksichtigt worden, sagte die Vorsitzende Anke Kieser. So werde es wieder Kinderärzte in Wolgast geben: "Wir haben auch darüber gesprochen, dass wir möchten, dass Ausbildungsverträge für Pflegepersonal in Wolgast wieder eingestellt werden. Das soll jetzt auch auf den Weg gebracht werden", so Kieser.

Leitung und Kassen müssen noch verhandeln

Wie Gesundheitsminister Glawe sagte, würden im Krankenhaus künftig vier bis fünf Kinderärzte arbeiten. Eine Station der Geburtshilfe und Frauenheilkunde werde es in Wolgast aber vorerst nicht wieder geben. Der Kompromiss ist nach Angaben des Ministeriums aber noch nicht sicher. Krankenhausleitung und Krankenkassen müssten noch über genaue Fallpauschalen verhandeln. Die Krankenkassen hätten sich mit der Lösung jedoch grundsätzlich einverstanden gezeigt, hieß es. Die Kosten belaufen sich nach ersten Schätzungen auf rund eine Million Euro pro Jahr.

Bürgerforum am 23. Februar geplant

Die Wolgaster Bevölkerung soll in einem Bürgerforum über die zukünftige Entwicklung der stationären Versorgung von Kindern und Jugendlichen in Wolgast informiert werden. Als Termin ist der 23. Februar vorgesehen. Dann will Gesundheitminister Glawe sein Konzept den Bürgern persönlich vorstellen. Die Bürgerinitiative geht davon aus, dass damit auch die Proteste in Wolgast abebben werden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 15.02.2017 | 16:10 Uhr

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