Stand: 27.03.2017 16:16 Uhr

Ungenutzter Solarpark wieder abgebaut

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Der Solarpark in Bobitz war zu groß für das örtliche Stromnetz. (Symbolbild)

In Bobitz im Kreis Nordwestmecklenburg ist ein nie in Betrieb gegangener Solarpark nach sieben Jahren wieder abgebaut worden. Er durfte nicht ans Netz angeschlossen werden, weil die Solarmodule zu viel Energie produziert hätten. Rund 1.000 Vier-Personen-Haushalte hätten pro Jahr mit Strom von der zehn Hektar großen Anlage versorgt werden können.

Kapazität des Einspeisepunktes nicht beachtet

Der Einspeisepunkt des Netzbetreibers e.dis habe wegen hoher Auslastung die Energie nicht aufnehmen können, so die Begründung für den Rückbau. Ein Ausbau des Netzes war laut e.dis nicht möglich. Der damalige Besitzer hatte die begrenzte Kapazität offenbar nicht beachtet. Ende vergangenen Jahres ersteigerte die Firma NE International aus der Nähe von Osnabrück den Solarpark. Sie ist bereits die sechste Eigentümerin.

Das Land, auf dem die Solarmodule standen, will die Gemeinde wieder zu Bauland umwandeln. Daran arbeitet sie gerade gemeinsam mit dem Eigentümer. Dann sollen dort Einfamilienhäuser gebaut werden. Die zuständigen Ämter müssen aber noch die Baugenehmigungen erteilen.

Keine Einspeisung - keine Förderung

Der Bau eines solchen Solarparks wird nicht finanziell gefördert. Die Förderung erfolgt erst später bei der Einspeisung ins Netz - und da der Park nie ans Netz ging, gab es auch keine Förderung. Der Erbauer musste nach der Fehl-Investition Insolvenz anmelden, wenig später wurde der Solarpark für rund 1,9 Millionen Euro zwangsversteigert. Erbaut wurde er einst für rund 2,5 Millionen Euro.

Kleinere Anlage wird wieder aufgebaut

Die abgebauten Module werden zur Überprüfung auf Risse oder undichte Stellen nach Bayern geschickt. Mehr als die Hälfte der Photovoltaikanlage soll dann dort aufgebaut werden. Die restlichen Panele werden möglichwerweise auf 4.000 Quadratmetern in Bobitz wieder aufgestellt. Die kleinere Energiemenge, die dann produziert werde, könne im Energienetz aufgenommen werden, sagt Bobitz' Bürgermeisterin Stefanie Kirsch. Damit sollen dann die Kita, die Schule und die Feuerwehr versorgt werden.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 27.03.2017 | 16:00 Uhr

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