Stand: 22.10.2016 12:05 Uhr

CDU-Landeschef Caffier kündigt Rückzug an

Tritt 2017 nicht wieder für den Posten des Landesvorsitz an: CDU-Landeschef Lorenz Caffier.

Bei den Christdemokraten in Mecklenburg-Vorpommern steht ein personeller Umbruch bevor. CDU-Landeschef Lorenz Caffier kündigte am Sonnabend auf dem Sonderparteitag zur Abstimmung über den Koalitionsvertrag mit der SPD in Wittenburg (Landkreis Ludwigslust-Parchim) seinen Rückzug an. Im Frühjahr 2017 sollen bei einem Landesparteitag der Parteivorstand und Vorsitz neu gewählt werden, wie Caffier sagte. Er selbst werde nicht wieder für den Vorsitz kandidieren: "Es ist Zeit für einen Generationswechsel."

Historisch schlechtes Wahlergebnis

Die CDU im Nordosten brauche eine inhaltliche Erneuerung und unverbrauchte Köpfe, sagte Caffier. Die Union hatte bei der Landtagswahl am 4. September mit 19 Prozent ihr bislang schlechtestes Ergebnis bekommen. Auch an dem mit dem bisherigen Regierungspartner SPD ausgehandelten Koalitionsvertrag hatte es parteiintern scharfe Kritik gegeben. So seien etwa von den im Wahlkampf geforderten 555 zusätzlichen Polizeistellen lediglich 150 übrig geblieben. Die SPD habe sich dagegen mit ihren Kernforderungen durchgesetzt, so die Kritiker. Auch dass zunächst keine Frauen für die CDU-Ministerposten im neuen Kabinett vorgesehen war, sorgte für Unmut.

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Parteinachwuchs forderte Erneuerung

Zu den Kritikern zählen die Vorsitzenden der Junge-Union-Kreisverbände in Wismar, Rostock und Schwerin. Das Trio zeigte sich in einer am Freitag verschickten Erklärung "massiv enttäuscht" über den Koalitionsvertrag und fassungslos "angesichts der fehlenden Selbstkritik der CDU-Parteispitze". Es dürfe kein "Weiter-So" geben. Der Parteinachwuchs forderte eine personelle Erneuerung. Ansonsten bestehe die Gefahr, dass die CDU noch schwächer werde und auch bei der nächsten Landtagswahl nicht über 20 Prozent hinaus komme.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 22.10.2016 | 12:00 Uhr

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