Stand: 15.01.2016 11:45 Uhr

Bundeswehr beendet Sonder-Einsatz in Horst

Täglich haben rund 30 Soldaten in der Erstaufnahme-Einrichtung mitgeholfen. (Archivbild)

Die Bundeswehr hat ihren Sondereinsatz zur Bewältigung des Flüchtlingszustroms in der Erstaufnahmeeinrichtung in Horst bei Boizenburg beendet. Bei einem Appell bedankten sich am Freitagvormittag Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier (CDU) und der Chef des Landeskommandos Mecklenburg-Vorpommern, Brigadegeneral Christof Munzlinger, bei den dort eingesetzten Soldaten.

Malteser übernehmen wieder

Seit September 2015 hatten Bundeswehrangehörige aus fünf Einheiten die Erstaufnahmestelle des Landes bei der Flüchtlingsbetreuung unterstützt. Pro Schicht waren bis zu 30 Soldaten im Einsatz. Jetzt kehren alle an ihre Standorte zurück, die Malteser übernehmen die Betreuung in Horst wieder komplett. Seit dem Beginn des Bundeswehreinsatzes haben etwa 14.000 Flüchtlinge in Horst einen Asylantrag gestellt.

Caffier: "Sichtbarer Beitrag"

"Neben den vielen Freiwilligen und den zahlreichen Hilfsorganisationen mit ihren Helfern hat die Bundeswehr einen sehr sichtbaren Beitrag bei der Flüchtlingshilfe geleistet", sagte Caffier. Eine besondere Hilfe seien die Feldnachrichten-Soldaten gewesen. Da einige von Ihnen Fremdsprachen wie Dari, Arabisch oder Serbokroatisch beherrschen, konnten sie mit vielen Flüchtlingen deutlich besser kommunizieren. Munzlinger sagte, die Flüchtlingsherausforderung habe das Land überraschend getroffen. Die Bundeswehr habe unterstützt, wo Not am Mann war.

Bundeswehr in vier Unterkünften aktiv

Die Bundeswehr ist nach eigenen Angaben im Nordosten aktuell noch in vier Flüchtlingsunterkünften in Rostock, Neubrandenburg-Fünfeichen, Basepohl und Schwerin-Stern Buchholz mit zusammen rund 40 Soldaten im Einsatz. 120 Kräfte könnten vom Land im Rahmen der Amtshilfe angefordert werden, sollte der Zustrom wieder stärker werden.

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NDR 1 Radio MV | 15.01.2016 | 13:00 Uhr