Stand: 11.01.2017 15:02 Uhr

Zentral-Abi: Ärger um miese Probeklausur

Die Hamburger Schulbehörde macht sich offensichtlich Sorgen um das diesjährige Mathe-Abitur. Eine Probeklausur unter Abiturbedingungen ist so schlecht ausgefallen, dass jetzt die Reißleine gezogen wird. Unter anderem soll die bereits geschriebene Mathe-Klausur um eine Note besser bewertet werden. Das geht aus einem Brief an Hamburgs Schulleiter hervor, der dem NDR vorliegt.

.

Schulsenator Ties Rabe: "Mathematik verzeiht nichts"

Hamburg Journal -

Die Hamburger Schulbehörde macht sich offensichtlich Sorgen um das diesjährige Mathe-Abitur. Eine Probe-Klausur ist so schlecht ausgefallen, dass jetzt die Reißleine gezogen wird.

2,21 bei 52 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

Mathe-Kompakt-Training angeordnet

Nach Informationen von NDR 90,3 und dem Hamburg Journal soll ein Maßnahmenkatalog ein schlechtes Abschneiden der Hamburger Schüler verhindern. Die Schulbehörde fordert vor allem ein Nachsitzen in Mathematik – für Schüler und Lehrer. Schulsenator Ties Rabe (SPD) hatte bereits zu Beginn des Schuljahres gewarnt, dass das Abitur 2017 nicht leicht werde.

Es gibt in diesem Jahr unter anderem in Mathematik bundeseinheitliche Aufgaben. Damit Hamburgs Abiturienten bestehen und möglichst gut abschneiden, geht die Behörde nun in die Offensive: Aufgaben, die dem Prüfungsstoff entsprechen, sollen ab sofort verbindlich im Unterricht behandelt werden. Außerdem ordnete die Schulbehörde für die Abiturienten im April ein Mathe-Kompakt-Training an.

Gewerkschaft spricht von "Armutszeugnis"

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft sprach von einem "Armutszeugnis". Die Schulleiter der betroffenen Gymnasien und Stadtteilschulen zeigten sich da etwas zurückhaltender. Der jetzt angeordnete Maßnahmen-Katalog mit mehr Unterricht und Kompaktkursen sei schon sehr ungewöhnlich, hieß es dort. Rabe wies im Hamburg Journal die Kritik an den kurzfristig angeordneten Maßnahmen zurück. Schon seit zwei Jahren werde mit Fortbildungen für Lehrer, mehr Fachlehrern und mehr Mathe-Unterricht gegengesteuert. Er wolle das Hamburger Abitur auf Bundesniveau bringen, betont Rabe.

"Schwerer Schaden für den Ruf Hamburgs"

CDU und FDP in der Bürgerschaft kritisierten den Schritt ebenfalls heftig. "Die Manipulation der Noten hilft den Schülern in der eigentlichen Prüfung nicht und fügt dem Ruf des Hamburger Schulsystems schweren Schaden zu", erklärte die CDU-Bildungspolitikerin Karin Prien. Die Hamburger Schüler hätten seit Jahren ein Problem mit Mathematik. Die Lernrückstände bestünden bereits in der dritten Klasse, wie Ergebnisse des "Kermit"-Tests zeigten. Sie verfestigten sich in der achten Klasse und würden bis zum Abitur nicht mehr aufgeholt. Die Durchschnittspunktzahl bei den Abiprüfungen sei von 9,1 im Jahr 2013 auf 8,1 in 2014 gefallen.

Die FDP-Abgeordnete Anna von Treuenfels-Frowein sprach von einer Bankrotterklärung Rabes. Das Hochsetzen der Schulnoten offenbare das "dramatische Scheitern der Hamburger Bildungspolitik". Die Liberale betonte: "Nicht die Schüler haben versagt, sondern der Schulsenator." Der AfD-Abgeordnete Alexander Wolf kündigte an, seine Fraktion werde das Vorgehen von Rabe juristisch prüfen lassen.

Weitere Informationen

Mehr Hamburger Schüler schaffen das Abi

In Hamburg hat die Zahl der Abiturienten weiter zugelegt - auf fast 9.800. Allerdings gibt es auch mehr durchgefallene Schüler. Und die Traumnote 1,0 wurde auch seltener erreicht. (14.07.2016) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 10.01.2017 | 20:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Hamburg

02:41 min

Fünf Jahre Präventionsambulanz für Pädophilie

24.05.2017 19:30 Uhr
Hamburg Journal
02:31 min

Salut Salon stellen neues Programm "Liebe" vor

24.05.2017 19:30 Uhr
Hamburg Journal
02:07 min

Max-Brauer-Allee: Straßenfest für saubere Luft

24.05.2017 19:30 Uhr
Hamburg Journal