Stand: 10.06.2015 11:17 Uhr

Weg frei für Autobahndeckel in Stellingen

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Die städtische SAGA GWG kauft den Anwohnern am Imbekstieg die Häuser ab.

Die Stadt Hamburg hat den Anwohnern der A-7-Baustelle in Stellingen ihre Grundstücke abgekauft. Nach Informationen von NDR 90,3 ziehen nun 25 Hausbesitzer ihre Klagen gegen den Autobahnausbau zurück. Das ist wohl der Durchbruch zur Genehmigung des Autobahndeckels in Stellingen.

Jahrelange Verhandlungen

Jahrelang verhandelten Eigentümer am Imbekstieg mit der Verkehrsbehörde der Hansestadt über den Verkauf ihrer Reihenhäuser oder von Grundstücksteilen, die für die Verbreiterung der Autobahn gebraucht werden. Nun kauft die städtische Wohnungsbaugesellschaft SAGA GWG die Mittelreihenhäuser für jeweils 200.000 Euro auf, Endreihenhäuser für 240.000 Euro. Wie NDR 90,3 erfuhr, sind die Notarverträge unterschrieben. Die Bewohner legen jetzt ihre Klagen vor dem Bundesverwaltungsgericht nieder. Durch sie war das Planfeststellungsverfahren blockiert.

Anwohner "froh und erleichtert"

"Wir sind unheimlich froh und erleichtert, dass die Verträge jetzt alle unterschrieben wurden", sagt Chris Brylla von der Initiative BIGI. "Wir konnten eine außergerichtliche Einigung erzielen. Das war die ganzen zehn Jahre immer unser Ziel." Nur wenige, vor allem ältere Stellinger, wollen bleiben, die meisten Anwohner ziehen weg. "Wer einmal auf der A 7 dort im Stau gestanden hat, der will da nicht neben so einer Baustelle wohnen. Und schon gar nicht über vier Jahre", meint Brylla. So lange dauert die Bauzeit.

Allerdings wollen zwei Anwohner noch mehr Geld herausschlagen. Sie halten ihre Klagen aufrecht. Die Verkehrsbehörde ist jedoch überzeugt davon, eine Einigung mit ihnen erzielen zu können, um im kommenden Jahr den Bau des Stellinger A-7-Deckels zu beginnen.

Politiker zufrieden

SPD-Verkehrsexpertin Martina Köppen zeigte sich zufrieden mit der Einigung nach jahrelangen Verhandlungen. Die Bürgerschaftsabgeordnete Stefanie von Berg (Grüne) sagte NDR 90,3: "Ich freue mich, dass die Anwohner nun endlich eine Perspektive für die Zukunft haben, weil ich mir beim besten Willen nicht vorstellen kann, wie man die Bauphase überstehen kann, ohne gesundeitliche und psychische Schäden davonzutragen." Auch FDP-Verkehrsexperte Wieland Schinnenburg begrüßte die Einigung. Spät aber gerade noch rechtzeitig komme man den Anwohnern entgegen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 10.06.2015 | 12:00 Uhr