Stand: 23.02.2016 15:47 Uhr

Totes Flüchtlingsbaby: Ärzte nicht entlastet

Nach dem Tod des syrischen Flüchtlingskindes Rana in Hamburg hat die Staatsanwaltschaft weitere Untersuchungen angekündigt. Seit Dienstag liegt der Obduktionsbericht vor: Die Rechtsmediziner können nicht ausschließen, dass das zehn Monate alte Mädchen durch ein Fremdverschulden ums Leben gekommen ist, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Nana Frombach, zu NDR 90,3.

Kommt ein weiteres Gutachten?

Man werde sich jetzt alle Krankenakten des Kindes kommen lassen und sie genauer durchgehen. Eventuell werde noch ein weiteres medizinisches Gutachten angefordert, sagte Frombach. Gegen wen sich der Verdacht genau richtet, kann und will die Statsanwaltschaft nicht sagen.

Noch befinde man sich in einem sogenannten Todesermittlungsverfahren und es gebe noch keinen Tatverdächtigen. Erst nach Sichtung der Krankenakten werde man das Verfahren neu bewerten und erst dann entscheiden, ob weitere Ermittlungen - zum Beispiel gegen Mediziner - aufgenommen werden müssen.

Eltern machen Ärzten Vorwürfe

Das zehn Monate alte Mädchen lebte mit seinen Eltern und zwei Geschwistern in der Erstaufnahme im Rugenbarg, die vom Deutschen Roten Kreuz betreut wird. Bereits im vergangenen Oktober erkrankte Rana an Fieber, Durchfall und Erbrechen. Am 22. Januar wollten die Eltern mit ihrem noch immer kranken Kind erneut in ein Krankenhaus. Doch die diensthabende Ärztin sah keine Notwendigkeit für eine Einweisung. Erst als sich der Zustand des Kindes am Abend weiter verschlechterte, brachte ein Rettungswagen der Feuerwehr Rana in ein Krankenhaus. Die Eltern machten den Ärzten schwere Vorwürfe.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 23.02.2016 | 16:00 Uhr