Stand: 10.10.2017 19:34 Uhr

Oberbillwerder hat ein Matsch-Problem

Für Hamburgs neuen Stadtteil Oberbillwerder wird jetzt der Masterplan erarbeitet: Zwölf internationale Architektenbüros wollen das Quartier für bis zu 15.000 Bewohner am S-Bahnhof Allermöhe entwickeln. Doch bei einer Begehung bekamen die Architekten am Dienstag eines der Probleme durch nasse Füße zu spüren: Das 120 Hektar große Gelände war überschwemmt. Es liegt so tief, dass aufwendige Regenwasser-Ableitungen nötig sind.

Wo in zehn Jahren bis zu 6.000 Wohnungen stehen sollen, war vieles unter Wasser, räumte Stadtentwicklungssenatorin Dorothee Stapelfeldt (SPD) ein: "Durch das, was man auf den Feldern sieht, wird deutlich, dass hier ein ganz besonderes Thema vorliegt. Ich glaube, das konnte eindrücklicher nicht sein."

Bauunternehmer: "Ungeeignet für Wohnungsbau"

Hamburger Bauunternehmer warnen im Gepräch mit NDR 90,3: Oberbillwerder sei eher ein Freizeitpark für Frösche. Der nasse Marschboden sei ungeeignet für Wohnungsbau. Die städtischen Planer wollen Überschwemmungen aber dreifach verhindern: Durch Aufschüttung des Geländes, durch die Entwässerung von Dächern in die Kanalisation und durch breite Fleete oder Grachten. "Die Entwässerungsgräben können ein attraktiver Teil der Freiräume sein", sagte Stapelfeldt.

Sportstadtteil mit drei Schulen

Oberbillwerder soll auch Hamburgs Sportstadtteil werden. "Das Ziel ist ein Musterquartier, wo Sport und Bewegung nicht nur in Hallen und auf Plätzen stattfinden, sondern ein durchdringendes Element des täglichen Lebens sein soll", sagte Bezirksamtsleiter Arne Dornquast. Auch drei Schulen und 14 Kitas sind geplant.

Allerdings werden für den Bau 120 Hektar Acker- und Grünland zerstört. Der Naturschutzbund hat dagegen bereits eine Volksinitiative angekündigt. Den Masterplan bereiten die Architekten nun im ständigen Gespräch mit den Bürgern vor. Nächstes Jahr soll er stehen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 11.06.2017 | 06:00 Uhr

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