Stand: 18.11.2015 17:30 Uhr

Bischöfin Fehrs: "Zeichen gegen den Schrecken"

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Die Teilnehmer der Kundgebung in der Hamburger Innenstadt wollten ein Zeichen gegen Terror setzen.

In der Hamburger Innenstadt haben am Mittwoch viele Menschen ein Zeichen gegen Terror gesetzt. Die Kundgebung auf dem Domplatz stand unter dem Motto "Vereint dem Terror entgegenstellen - Freiheit und Demokratie verteidigen". Um 16 Uhr läuteten die Glocken der Sankt-Petri-Kirche und anschließend gab es einige kurze Reden. "In tiefer Verbundenheit stehen wir fest an der Seite unserer französischen Freunde», sagte Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD). "Wir dürfen uns dem Terror nicht ergeben." Die Veranstalter sprachen von mehr als 2.000 Teilnehmern, die Polizei von etwa 1.000.

"Gezielte Angriffe auf unsere Demokratie"

Die Hamburger Bischöfin Kirsten Fehrs rief zur Besonnenheit auf und sagte, man dürfe jetzt nicht in Kriegsrhetorik verfallen. "Wir sind froh, dass wir gemeinsam ein Zeichen gegen den Schrecken setzen können, der auch in Deutschland ein bisschen näher gerückt ist." Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit erinnerte nicht nur an die rund 130 Todesopfer der Terroranschläge von Paris, sondern auch an die Opfer des Absturzes eines russischen Flugzeugs auf der Sinai-Halbinsel, der nach Moskauer Angaben durch einen Bombe verursacht wurde. Die Attentate seien gezielte Angriffe auf "unsere Demokratie" gewesen, sagte Veit.

Mustafa Yoldas vom Schura Rat der islamischen Gemeinschaften in Hamburg mahnte, der weltweite Terror habe die Menschen bereits abgestumpft. Es dürfe kein Unterschied gemacht werden zwischen den Opfern des Terrors in Paris und denen in Beirut oder in Bagdad. Selvihan Sönmez von der Alevitischen Gemeinde kritisierte die "widerwärtige faschistische Ideologie" der Terroristen. Der französische Generalkonsul in Hamburg, Serge Lavroff, dankte den Teilnehmern für das Zeichen der Solidarität und Verbundenheit.

Die Initiative zu der Solidaritätskundgebung ging den Angaben zufolge auf ein überparteiliches Bündnis aus Politik, Verbänden, Kirchen und Gewerkschaften zurück, das auch nach den Anschlägen auf das Satiremagazin "Charlie Hebdo" im Januar zu einer Kundgebung in Hamburg aufgerufen hatte. Auch in Mecklenburg-Vorpommern und in Schleswig-Holstein gab es Gedenkveranstaltungen.

Schweigeminute für die Opfer

Bereits am Montag hatten Menschen in ganz Europa um 12 Uhr mit einer Schweigeminute der Opfer und Angehörigen der Terroranschläge in Paris gedacht - auch in Hamburg beteiligten sich viele Menschen. Am Hauptbahnhof wiesen schwarze Werbetafeln auf die Schweigeminute hin und zeigten die französische Nationalflagge. Alle U-Bahnen und Busse unterbrachen ihre Fahrt an Haltestellen und am Flughafen kehrte für eine Minute Ruhe ein. In der Rathausdiele versammelten sich Vertreter verschiedener Parteien und auch in Verwaltungen und Firmen ließen Mitarbeiter ihre Arbeit ruhen und gedachten der Opfer.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 18.11.2015 | 16:45 Uhr