Stand: 15.01.2016 18:16 Uhr

Louisans Erpresser muss Geldstrafe zahlen

Ein Ex-Freund der Sängerin Annett Louisan ("Ich will doch nur spielen") ist am Freitag vom Hamburger Amtsgericht zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Wegen versuchter Erpressung muss der 42-jährige Hartz-IV-Empfänger 60 Tagessätze à 8 Euro leisten, wie der Vorsitzende Richter sagte. Der Mann gab zu, die Wahl-Hamburgerin im vergangenen April über Facebook kontaktiert, sie bedroht und Geld von ihr gefordert zu haben.

"Als ich ihr geschrieben haben, war ich emotionalisiert und auch unzufrieden mit meiner privaten und finanziellen Situation", sagte der 42-Jährige, der Anfang der 2000er-Jahre mit der Künstlerin liiert war. Er hatte behauptet, maßgeblich am musikalischen Erfolg von Louisan beteiligt gewesen zu sein.

"Ich war ihr Co-Manager"

"Ich war ihr Co-Manager und habe sie beraten - wir hatten einen mündlichen Vertrag über die Bezahlung", erklärte der Angeklagte. Deshalb verlangte der Mann von der Musikerin in seinen Mails, sie solle ihre gesamten Einkünfte von 2004 an auflisten und ihm 20 Prozent der Gesamtsumme überweisen. Der Hintergrund: Mit ihrem ersten Album "Bohème" war Louisan 2004 der Durchbruch gelungen.

Außerdem drohte er, die "Schuld" der Musikerin auf eine "persönliche immaterielle Weise" zu regeln, sollte sie der Forderung nicht nachkommen. Die Drohung sei ein Bluff gewesen, sagte er nun.

"Bei mir ging da natürlich das Kopfkino los"

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Gut eine Stunde musste Annett Louisan warten, bis sie ihre Aussage machen konnte.

"Ich habe mich bedroht gefühlt und hatte Angst - der Ton der Nachricht war voller Hass", berichtete Louisan, die als einzige Zeugin geladen war. "Bei mir ging da natürlich das Kopfkino los." Die Behauptungen in der Facebook-Nachricht seien absurd. Er habe sie nicht beraten und es habe auch keinen mündlichen Vertrag gegeben. "Ich schulde ihm nichts", sagte sie. "Ich glaube der Zeugin, aber Ihnen glaube ich auch das eine oder andere", sagte der Richter bei der Urteilsbegründung.

Doch nach Auffassung des Gerichts schätze der Angeklagte Tipps und Ratschläge, die er gegeben habe zu hoch ein. Die Staatsanwältin hatte für eine Geldstrafe von 90 Tagessätzen á acht 8 Euro plädiert, die Verteidigung forderte eine geringere Geldstrafe wegen versuchter Nötigung.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 15.01.2016 | 18:00 Uhr