Stand: 26.11.2015 11:30 Uhr

Mieten in Hamburg wieder gestiegen

Hamburgs Stadtentwicklungsbehörde hat am Mittwoch den neuen Mietenspiegel vorgelegt. Demnach sind die Mieten in Hamburg in den vergangenen zwei Jahren im Schnitt um 6,1 Prozent gestiegen. Insgesamt müssten Mieter pro Monat und Quadratmeter durchschnittlich 8,02 Euro Kaltmiete zahlen, heißt es im Mietenspiegel. Das sind 0,46 Euro mehr als noch 2013. Die Mieten stiegen damit 0,4 Prozentpunkte stärker als noch zwischen 2011 und 2013 und liegen auch deutlich über der allgemeinen Preisentwicklung in Höhe von 1,5 Prozent. Mietervereine sprachen von einem "beängstigenden Anstieg" und erwarten, dass sich in Hamburg in den nächsten Wochen rund 150.000 Haushalte auf Mieterhöhungen einstellen müssen.

Statistik des Hamburger Mietenspiegels.

Mietenspiegel: Wohnen in Hamburg wieder teurer

Hamburg Journal -

Der neue Hamburger Mietenspiegel verzeichnet erneut einen Anstieg. Die Durchschnittsmiete liegt jetzt bei acht Euro pro Quadratmeter.

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Senatorin setzt auf Wohnungsbauprogramm

"Der Mietenanstieg hat mittlerweile die bürgerliche Mitte erreicht", sagte der Vorsitzende des Mietervereins zu Hamburg, Siegmund Chychla. "In den letzten 15 Jahren hatten wir nicht so einen Anstieg, wie wir ihn jetzt haben. Man muss mindestens 8.000 Wohnungen jährlich bauen, so wie in den 90er Jahren." Er rät Betroffenen, jede Mieterhöhnung genau prüfen zu lassen. Sylvia Sonnemann, Geschäftsführerin des Vereins Mieter helfen Mietern, kritisierte, dass wieder nur Mieterhöhungen und Neuvermietungen erfasst worden seien. "Es müssen endlich alle Bestandsmieten berücksichtigt werden."

Für den Mietenspiegel relevant waren etwa 530.000 der mehr als 930.000 Hamburger Wohnungen. Erfasst wurden den Angaben zufolge nur Mieten, die innerhalb der vergangenen vier Jahre erhöht oder neu vereinbart worden seien. In 44 Prozent aller Fälle habe es sich um Neuvermietungen gehandelt. Erstmals berücksichtigte der Mietenspiegel dieses Mal laut NDR 90,3 die Wärmedämmung einer Wohnung. Bei guten Werten im Energiepass dürfe die Miete demnach etwas höher liegen, weil die Heizkosten sinken.

Mietpreisbremse bleibt umstritten

Stadtentwicklungssenatorin Dorothee Stapelfeldt (SPD) zeigte sich bei der Vorstellung des Mietenspiegels optimistisch, dass sich Hamburgs Wohnungsbauprogramm positiv auf die Entwicklung des Marktes auswirken werde. 6.000 neue Wohnungen jährlich dämpften die Miete genauso wie die Absicht der Bundesregierung, die Höhe von Neuvermietungen streng zu begrenzen, so Stapelfeld. Außerdem habe sich die Mietpreisbremse, nach der seit Juli die Mieten bei Neuvermietungen nur noch maximal um zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen dürfen, noch nicht im Mietenspiegel niedergeschlagen.

"Die Zahlen zeigen, dass wir den Wohnungsbau verstärken müssen und das es richtig war, die Mietpreisbremse zum 1. Juli einzuführen", sagte Dirk Kienscherf (SPD) NDR 90,3. "Sie hat ja noch keine Wirkung entfalten können. Aber davon versprechen wir uns eine ganze Menge." CDU und FDP sehen die Mietpreisbremse hingegen als Motor des Mietanstiegs. Die Preisbremse mache Neubauten unattraktiv und erhöhe den Mietendruck. Die Linke forderte doppelt so viele Sozialwohnungen, weil derzeit nur noch jede sechste Hamburger Mietwohnung weniger koste als sechs Euro pro Quadratmeter.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 Aktuell | 26.11.2015 | 11:00 Uhr