Stand: 23.04.2015 16:45 Uhr

Hamburg Süd macht jetzt auch Ost-West

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Hamburg-Süd-Chef Gast will weniger vom Südamerika-Handel abhängig sein.

Um sich im harten Wettbewerb in der internationalen Containerschifffahrt zu behaupten, will die Reederei Hamburg Süd in neue Fahrtgebiete vorstoßen und in Zukunft auch verstärkt Ost-West-Routen bedienen. Ziel ist es, ein Fünftel mehr Container zu transportieren, wie NDR 90,3 am Donnerstag berichtete. Bislang sind die leuchtend roten Schiffe der Traditionsreederei zumeist in Nord-Süd-Richtung unterwegs, vor allem zwischen Nordeuropa und Südamerika. Jahrzehntelang war die Hamburger Reederei hier Platzhirsch. Weil es derzeit aber zu viele Frachter gibt, versuchen sich immer mehr Reedereien im Südamerika-Handel. Neben der enttäuschenden wirtschaftlichen Lage in Brasilien, Argentinien und Venezuela ist das der Hauptgrund, warum Hamburg Süd im vergangenen Jahr weniger Gewinne erwirtschaftet hat.

"Wir haben uns ein besseres Ergebnis vorgestellt"

Reederei-Chef Ottmar Gast sagte: "Wir haben uns ein besseres Ergebnis vorgestellt, aber im Vergleich zu unseren Wettbewerbern haben wir uns ganz gut geschlagen." Wegen der schwachen wirtschaftlichen Entwicklung in Südamerika sei 2014 das Transportvolumen nur um 2,3 Prozent auf 3,4 Millionen Standardcontainer gestiegen. Rückläufige Frachtraten drückten den Umsatz um ein Prozent auf 5,2 Milliarden Euro. Die Reederei-Gruppe sei insgesamt profitabel, ergänzte Gast. Auch das Ergebnis der Linienreederei sei positiv gewesen, "aber nicht zufriedenstellend".

Ziel: Weniger Abhängigkeit von Südamerika-Handel

Um künftig weniger vom Handel mit Südamerika abhängig zu sein, setzt Hamburg Süd nun auch auf die Ost-West-Routen, beispielsweise zwischen China und Nordeuropa. Zunächst ohne neue eigene Schiffe auf Kiel zu legen. Das Angebot an Schiffskapazität ist seit Jahren zu hoch, sagte Gast. Der Reederei-Chef spricht jedoch nicht mehr von einer Krise, sondern von einem "Strukturwandel" in der Branche. Jeder versuche zu wachsen und mehr Marktanteile zu bekommen.

Chilenische Reederei übernommen

Die Hamburg Süd gehört zum Bielefelder Oetker-Konzern und hat sich durch die kürzliche Übernahme der kleineren chilenischen Reederei Compañía de Navegación auf Rang zehn der weltweit größten Schifffahrtsunternehmen vorgearbeitet. Sie hat 112 Containerschiffe im Liniendienst, dazu kommen 56 gecharterte Massengutschiffe und Tanker. Das Unternehmen beschäftigt fast 5.400 Mitarbeiter, die meisten davon in Hamburg.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 23.04.2015 | 17:00 Uhr

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