Stand: 09.02.2016 15:40 Uhr

HSV-Anhänger wegen Prügelei verurteilt

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Ein HSV-Anhänger wurde vom Amtsgericht Altona wegen Körperverletzung verurteilt.

Am 23. November 2014 standen sich am Hamburger S-Bahnhof Diebsteich gut 200 verfeindete Anhänger von Werder Bremen und dem HSV gegenüber und prügelten aufeinander ein. Am Dienstag stand nun einer der Schläger vor dem Amtsgericht Altona und wurde wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung zu sechs Monaten auf Bewährung verurteilt. Ob die Schlägerei zwischen den beiden Fangruppen damals verabredet war oder ob es Zufall war, dass sie beim S-Bahnhof aufeinandertrafen, konnte auch der Prozess nicht klären.

Mitten in "einer Riesenschlägerei"

Dass der 24-jährige Angeklagte bei dem Angriff auf die Bremer Hooligans an vorderster Front dabei war, bewiesen Videoaufnahmen vom S-Bahnhof und der Polizei eindeutig. "Da flogen Steine und Böller, da wurde geprügelt und mit Flaschen geschmissen. Eine Riesenschlägerei und wir mittendrin", sagte einer der zwei Zivilpolizisten, die im Prozess als Zeugen aussagten.

Als die Zivilbeamten sowohl von Werder- als auch von HSV-Anhängern angegriffen wurden, zogen die beiden Beamten ihre Dienstwaffen. Daraufhin flohen die Angreifer.

Angeklagter zeigte Reue

Der Angeklagte räumte zu Prozessbeginn ein, an der Prügelei beteiligt gewesen zu sein. Er erklärte aber auch, dass er wegen seiner gewalttätigen Aussetzer bereits etwas unternehme. So sei er beim Netzwerk "Männer gegen Männergewalt" gewesen und besucht seit dem vergangenen Jahr eine psychiatrischen Ambulanz.

Außerdem habe er sich komplett von der Fanszene gelöst, spiele selbst wieder Fußball und habe eine Ausbildung zum Schiedsrichter im Amateurbereich begonnen. Alles Schritte, die im Verfahren als strafmildernd angesehen wurden. Eine seiner Bewährungsauflagen ist es, sich wegen seines Aggressivitätsproblems behandeln zu lassen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 09.02.2016 | 20:00 Uhr