Stand: 13.02.2017 07:17 Uhr

Großeinsatz am Flughafen: Polizei ermittelt

Nach dem Großeinsatz der Rettungskräfte am Hamburger Flughafen am Sonntag scheint klar zu sein, dass Reizgas für die Atemwegsreizungen der Passagiere und Mitarbeiter verantwortlich ist. Die Feuerwehr fand eine handelsübliche Kartusche mit Pfefferspray in einem Entsorgungsbehälter zwischen den Terminals 1 und 2 des Airports. Weiter unklar ist, wer das Gas versprüht haben könnte und ob es absichtlich in einen Lüftungsschlitz gespritzt wurde, von wo aus es sich über die Klimaanlage in der Plaza zwischen den Terminals verbreitete. Die Bundespolizei hat Ermittlungen aufgenommen. Auch Videoaufnahmen aus dem Flughafen sollen ausgewertet werden.

"Mehr als ein Dumme-Jungen-Streich"

Das war "mehr als ein Dumme-Jungen-Streich", sagte ein Feuerwehrsprecher. Er betonte aber, dass es keinen Hinweis auf einen terroristischen Hintergrund gebe. Das Versprühen von Pfefferspray komme in jüngster Zeit in Hamburg leider öfter vor, besonders an Schulen. "Sollte der Täter ermittelt werden, kommt eine gewaltige Rechnung für den Einsatz auf ihn zu", so der Feuerwehrsprecher.

68 Verletzte, neun kamen ins Krankenhaus

Der Flughafen war am Sonntagmittag rund eineinhalb Stunde lang gesperrt worden, nachdem Passagiere und Mitarbeiter über Augenbrennen, Übelkeit und Reizhusten geklagt hatten. 68 Menschen wurden untersucht, neun kamen in Krankenhäuser. Hunderte Reisende mussten bei winterlichen Temperaturen im Freien ausharren. Am frühen Sonntagnachmittag konnten sie wieder zurück in das Gebäude. Die Zufahrten zum Flughafen wurden zeitweise gesperrt, auch der S-Bahn-Verkehr zum Airport war unterbrochen.

1.500 Passagiere betroffen

Die Räumung des Flughafens lief nach Augenzeugenberichten ohne Panik ab. Von der vorübergehenden Sperrung des Flughafens waren insgesamt 13 Flüge beeinträchtigt. Zwei von ihnen seien nach Bremen umgeleitet worden, sagte eine Sprecherin des Airports. Etwa 1.500 Passagiere seien betroffen gewesen. Viele fühlten sich schlecht informiert über die Situation.

Auch Präsident von Uruguay musste warten

Auch eine Reise des Präsidenten von Uruguay, Tabaré Ramón Vázquez Rosas, verzögerte sich. Der Präsident habe in seiner Maschine warten müssen, bis der Flugbetrieb wieder aufgenommen werden konnte, erklärte ein Feuerwehrsprecher. Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) hatte den Präsidenten am Freitag empfangen.

Zwei Rettungseinsätze am Hamburger Flughafen

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 13.02.2017 | 06:00 Uhr

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