Stand: 19.09.2017 17:05 Uhr

G20-Prozess: Angeklagter gesteht Flaschenwürfe

Ein 20-Jähriger hat am Dienstag im bisher siebten G20-Prozess zwei Flaschenwürfe auf Polizisten in Hamburg gestanden. Vor dem Amtsgericht sagte der Angeklagte, dass er nicht die Absicht gehabt habe, jemanden zu verletzten. "Jetzt weiß ich, wie doof ich war", sagte er. Ihm wird schwerer Landfriedensbruch, versuchte gefährliche Körperverletzung, tätlicher Angriff auf Polizisten und versuchte Sachbeschädigung zur Last gelegt.

Vorwurf: Jeden Treffer bejubelt

Insgesamt werden ihm vier Flaschenwürfe vorgeworfen. Verletzt wurde nach Erkenntnissen der Ermittler niemand. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Angeklagte an dem Abend ungefähr 1,4 Promille hatte. Eigentlich seien er und sein Freund nur zum Trinken ins Schanzenviertel gekommen, sagte er aus. Von den Protesten gegen den G20-Gipfel habe er gar nichts gewusst. Laut Staatsanwaltschaft habe er aus einer ungefähr 15 Menschen umfassenden Gruppe heraus gehandelt.

Nach jedem Treffer soll sich der Angeklagte gejubelt und sich mit einem weiteren mutmaßlichen Täter abgeklatscht haben. "Durch Alkohol und Adrenalin habe ich mich von der Masse mitreißen lassen", sagte der 20-Jährige, der am Dienstag sehr kleinlaut auf der Anklagebank des Jugendschöffengerichtes saß. "Das war wohl Abenteuerlust."

Angeklagter fiel vorher schon auf

Es ist nicht das erste Mal, dass er mit Gewalttaten aufgefallen ist. Vorigen September soll er auf dem Hamburger Kiez einen Mann verprügelt und mit Schuhen ins Gesicht getreten haben. Bei dem Prozess werden daher nicht nur die Flaschenwürfe verhandelt, sondern auch die Körperverletzung. Und da er seit seinem 18. Lebensjahr keinen festen Wohnsitz hat, sitzt der Angeklagte seit seiner Festnahme Anfang Juli in Untersuchungshaft. Er bleibt weiterhin in Untersuchungshaft, bis der Prozess in drei Wochen fortgesetzt wird. Ein Urteil wird am 10. Oktober erwartet.

G20-Protestler zünden ein Feuer auf der Straße an.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 19.09.2017 | 17:00 Uhr

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